El Salvador

UNO zeigt sich alarmiert über Indizien auf außergerichtliche Hinrichtungen in El Salvador


UNO-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard
Foto: La Minuta

(Oaxaca, 7. Februar 2018, La Minuta).- Nach dem Besuch der UNO-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard in El Salvador, zeigt sich die UNO alarmiert über Indizien, die auf außergerichtliche Hinrichtungen deuten und mit der staatlichen Kampagne, die ein hartes Durchgreifen gegen Gang-Mitglieder (pandillas) verfolgt, in Verbindung gebracht wird. Die UNO verlangt eine Beilegung dieser Praxis, um den Teufelskreis der Straflosigkeit zu durchbrechen.

„Ich bin auf Verhaltensmuster des Sicherheitspersonals gestoßen, die als außergerichtliche Hinrichtungen und exzessive Anwendung von Gewalt betrachtet werden können“, sagte Callamard auf einer Pressekonferenz über die zwölftägige Untersuchung in El Salvador. Callamard kritisierte außerdem die Haltung der Regierungsverantwortlichen gegenüber den Vorwürfen. Sie hielt fest, dass die Verantwortlichen die Gewalt nicht weiter verschärfen sollen, unabhängig davon, wie komplex sich der Kontext darstelle oder wie hoch die Ansprüche an öffentliche Gelder seien.

Regierung weist den Appell der UNO zurück

Eugenio Chicas
Foto: flickr (CC0 1.0)

Von Regierungsseite wurde der Appell der UNO, die „grausamen und unmenschlichen“ Praktiken zu beenden, die in Gefängnissen mit Gang-Mitgliedern angewendet werden, zurückgewiesen. „Wir respektieren diese Meinungen, aber der wichtigste und relevanteste Druck, geht von den Klagen der Bevölkerung aus, die nach einer Garantie und Verbesserung der Sicherheit im Land verlangen“, sagte der Regierungssprecher Eugenio Chicas in einem Interview im staatlichen Fernsehen.

In El Salvador kam es im Jahr 2017 zu mindestens 3954 Morden, das sind 25 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte gibt an, dass dies der Regierungsoffensive gegen die Gangs zuzuschreiben sei.

Einen aufschlussreichen Hintergrundartikel auf Spanisch findet ihr hier.

CC BY-SA 4.0 UNO zeigt sich alarmiert über Indizien auf außergerichtliche Hinrichtungen in El Salvador von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Die Spirale der Gewalt dreht sich weiter
132
Von Darius Ossami (Berlin, 9. Januar 2017, npl).- El Salvador ist das kleinste Land Mittelamerikas – und das gefährlichste. Die Mordrate dort gehört zu den höchsten in der Welt. 2016 wurden über 5.200 Menschen ermordet – bei einer Bevölkerung von sechs bis sieben Millionen. Mitverantwortlich dafür sind die als "Maras" oder "Pandillas" bezeichneten Straßengangs, die sein den 1990er Jahren in vor allem in El Salvador , aber auch in den Nachbarländern Honduras und Guatema...
onda-info 446
106
Hallo und willkommen zum onda-info 446! Nach einer Nachricht zum (vielleicht) verhinderten Großflughafen in Mexiko servieren wir euch eine ausgefeilte Analyse über die Ursachen für die Flucht aus Zentralamerika – und was US-amerikanische Gelder damit zu tun haben. Anschließend wollen wir gemeinsam mit euch den Wahl-Schock in Brasilien verarbeiten. Wie konnte das eigentlich passieren und wie soll es jetzt weitergehen mit dem Faschismus des 21. Jahrhunderts? Darüber habe...
Die US-Hilfen und die Flucht aus Zentralamerika
112
Die Migrant*innen-Karawane ist weiter auf dem Weg durch Mexiko Richtung Norden. US-Präsident Donald Trump sieht in der Karawane eine nützliche Hilfe im US-Kongresswahlkampf; wortgewaltig schickt er die Armee an die Grenze und droht den zentralamerikanischen Herkunftsländern mit dem Entzug der Wirtschafts- und Entwicklungshilfe. Doch Expert*innen in Zentralamerika und Mexiko sagen, dass gerade diese angeblichen „Hilfen“ ein wesentlicher Grund dafür sind, dass die Menschen aus ...
Streik der Studierenden an der UNAM
102
(Berlin, 11. September 2018, poonal).- An mindestens 32 Einrichtungen der Nationalen Autonomen Universität Mexikos – kurz UNAM – traten die Studierenden am 4. September in den Streik. Diesem schlossen sich binnen kürzester Zeit Kommiliton*innen in ganz Mexiko an. Zehntausende von ihnen gingen in Mexiko-Stadt und weiteren Städten des Landes auf die Straße und forderten ein Ende der Gewalt an Mexikos Hochschulen. Streik für Verbesserung der Sicherheitslage Mit ihrem Streik re...
onda-info 439
49
Hallo und Willkommen zum onda-info 439! Bei frischer Wassermelone und fast 40 Grad im vierten Stock produzieren wir für Euch unsere Sommerlochausgabe vom onda-info! Dabei führt uns der Weg zunächst nach Honduras. Zu Besuch in Berlin war die honduranische Schriftstellerin Melissa Cardoza. Wir interviewten sie zu ihrem 2012 erschienenen Buch 13 colores de resistencia, 13 Farben des honduranischen Widerstandes. Außerdem hört ihr eine Kurzgeschichte aus ihrem Buch, übersetzt ...