Peru

Proteste gegen Hafenprivatisierung


(Venezuela, 25. März 2009, telesur).- In Peru ist es am 25. März in Paita zu Protesten und Streiks gegen die Privatisierung mehrerer Häfen des Landes gekommen. Aufgerufen hatte dazu die Gemeinde von Paita, die peruanische Gewerkschaftsföderation der Arbeiter*innen der staatseigenen Hafenbetriebe sowie die Breite Front zur Interessenverteidigung in Paita. Privatisiert werden sollen die Häfen Paita in Piura, Ilo in Moquegua und Pisco in Ica.

Gewerkschaftsgeneralsekretär Gustavo Gutiérrez beschrieb die Proteste als gerichtet gegen „die Auslieferung der Hafenverwaltung und des Hafenbetriebs an private Unternehmer“. Diese Privatisierung käme nur den Privatunternehmern zugute, aber nicht den Arbeiter*innen.

Die Privatisierung der Häfen wird seit einiger Zeit intensiv im peruanischen Kongress debattiert, Transportminister Enrique Cornejo treibt sie voran. Parlamentarier*innen werfen Cornejo u.a. vor, er habe die Öffentlichkeit darüber getäuscht, dass die privaten Hafenbetreiber angeblich dazu verpflichtet seien, in die Hafenanlagen zu investieren. Das sei aber nicht der Fall, der entsprechende Vertrag über eine Privatisierung spreche davon nicht.

Darüber hinaus soll es weitere Ungereimtheiten im Privatisierungsvorgang geben, die derzeit, nach Aussagen von Gutiérrez, von einer Institution ähnlich dem Bundesrechnungshof geprüft werden. Trotzdem hält die Regierung an ihrem Privatisierungskurs fest.

Die Hafenarbeiter*innen und andere Bewohner*innen der Region fordern hingegen nicht nur einen Stopp der Privatisierung, sondern auch öffentliche Investitionen sowie die Schaffung einer Universität in Paita. Der Bürgermeister von Paita, Alejandro Torres, zeigte sich mit den Protesten solidarisch, eine kürzlich durchgeführte Umfrage habe gezeigt, dass 87 Prozent der Bürger*innen von Paita gegen die Privatisierung seien.

CC BY-SA 4.0 Proteste gegen Hafenprivatisierung von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

70.000 Kinder von sexueller Ausbeutung betroffen (Mexiko-Stadt, 28. März 2016, semlac).- Auf mindestens 50.000 Kinder wird die Anzahl der Jungen und Mädchen geschätzt, die laut der mexikanischen Organisation Gemeinsam gegen Menschenhandel (Asociación Unidos Contra la Trata) als Sexsklav*innen an der Grenze zwischen Mexiko und den USA leben. Schätzungsweise weitere 20.000 Kinder teilen dieses Schicksal im übrigen Mexiko.Die Internationale Koalition zum Schutz von Mädchen und Frauen vor Menschenhandel in Lateinamerika CAT...
Internationale Untersuchung des Mordes an Berta Cáceres gefordert Von Ute Löhning(Berlin, 14. März 2016, npl).- Bewaffnete Killer erschossen die international geschätzte Menschenrechtsverteidigerin Berta Cáceres am 2. März in ihrem Haus. Der Mexikaner Gustavo Castro und weitere Aktivist*innen in Honduras sind bedroht. Die Feministin und Umweltaktivistin hatte den Widerstand gegen das Staudammprojekt Agua Zarca auf dem Gebiet der indigenen Lenca organisiert. Forderungen nach Aufklärung durch eine internationale Untersuchungskommission ...
Dem Fortschrittsmärchen die Show stehlen von Nils Brock (Berlin, 07. September 2015, npl).- Im peruanischen Regenwald, nahe der brasilianisch-kolumbianischen Grenze, wird derzeit der Widerstand geprobt. In der Hauptrolle: die Cocama-Indigenas, die sich gegen die zunehmende Kanalisierung des Marañon-Flusses im Rahmen des Infrastrukturprojekts IIRSA zur Wehr setzen. IIRSA, das ist ein markliberaler Masterplan, um die Infrastruktur Südamerikas für Extraktivismus und Monokultur zu optimieren. Gegenstimmen finden oft ke...
Indigene Gemeinden gegen ein Staudammprojekt von Knut Hildebrandt (Berlin, 23. Mai 2015, npl).- Von der Weltbank und anderen internationalen Entwicklungsbanken geförderte Projekte geraten immer mehr in die Kritik. Das ist mittlerweile auch bei den verantwortlichen Politikern angekommen. Im April flog Bundesentwicklungsminister Gerd Müller zur Frühjahrstagung der Weltbank nach Washington. Dort unterhielt es sich unter anderem mit Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Thema der Gespräche war auch, wie bei Weltbank-Projekten M...
Würdige Kinderarbeit? Kinder sollen gar nicht arbeiten. Sie sollen spielen und zur Schule gehen können. Darauf drängt die Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen ILO. Arbeitende Kinder aus Nicaragua, wie die 14-jährige Jungjournalistin Francis Estefania Zeas aus Jinotega sehen das anders. Sie fordern "würdige Kinderarbeit", statt einem generellen Verbot. Um für die Probleme der Kinderarbeit und die Kinderrechte zu sensibilisieren, produzieren sie im "Club...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *