Folklorisierung

Die indigenen Organisationen zählen in einigen Ländern Lateinamerikas, insbesondere in der Andenregion, zu den einflussreichsten Bewegungsakteur*innen. Mittels Blockaden und Aufständen verhinderten sie zahlreiche wirtschaftliche Sparmaßnahmen und erkämpften kulturelle Rechte. Indigene Intelektuelle wie Floresmilo Simbaña und Luis Macas oder Anthropolog*innen wie Charles Hale und Victor Bretón stellten fest, dass im Zuge der Neoliberalisierungspolitiken seit den 1980er/90er Jahren indigene Forderungen von staatlicher Seite aus vereinnahmt werden. Elemente indigener Traditionen – etwa Symbole wie die Flagge der Wiphala – werden so zu einem netten Deko-Element, während wirtschaftspolitische Forderungen ignoriert und Landrechte verletzt werden.

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