Nach Hurrikan Ian ruft Präsident Díaz-Canel zur Geschlossenheit auf

Hurrikan Ian hat auf Kuba schwere Verwüstungen angerichtet.
Foto: Tasnim News Agency
CC BY 4.0

(Havanna, 03. Oktober 2022, La Jornada).- Infolge des Hurrikans Ian fiel auf der Karibikinsel eine Woche lang der Strom aus. Viele Menschen protestierten gegen die Verzögerung bei der Wiederherstellung der Versorgung. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel rief die Bevölkerung zum Zusammenhalt auf, um die Schäden des Hurrikans Ian zu beseitigen. Zu den Protesten sagte er: „Leider gibt es eine Gruppe von Menschen, die völlig unverständliche, provokative und beleidigende Behauptungen aufstellt, und das in einer sehr vulgären und unangebrachten Art und Weise“. Proteste dieser Art hätten keine Legitimität, so Díaz-Canel. „Die Sorgen der Bevölkerung, ehrliche, anständige Einwände inmitten einer schwierigen Situation – das akzeptieren wir und setzen uns damit auseinander, denn das gesamte Land ist darum bemüht, diese Situation so schnell wie möglich zu lösen und zu verbessern. Aber sich so zu verhalten, alle von der Revolution gegebenen Rechte zu beanspruchen und kaum etwas beizutragen – dagegen müssen wir uns zur Wehr setzen und diese Haltung mit Argumenten konfrontieren“. Die Agentur Reuters berichtete im staatlichen Fernsehen über die Erklärung des Präsidenten und fügte hinzu, dass Kuba den größten Teil der Stromversorgung Havannas wiederhergestellt habe. Die Spannungen in der Hauptstadt nach einer Reihe von vereinzelten Protesten in der vergangenen Woche hätten sich daraufhin beruhigt.

Gegner*innen der Revolution wollen die Probleme der Grundversorgung für sich nutzen

In diesen Zusammenhang prangerten die kubanische Kulturorganisation Casa de las Américas Cuba und die Instituciones martianas des kubanischen Kulturministeriums die Versuche an, aus den Demonstrationen gegen den Mangel an Strom und anderen Dienstleistungen nach dem Hurrikan politisches Kapital zu schlagen. In der Erklärung „Vor dem virtuellen Kuba das reale Kuba“ betonte Casa de las Américas, diejenigen, die an der Beendigung des sozialistischen Prozesses auf der Insel interessiert seien, hofften anscheinend, dass „die Natur endlich das erreichen wird, was so viele verzweifelte Versuche, die Revolution zu zerstören, nicht geschafft haben. Sie wollen sich die verständliche Sorge der Bürger, die nun ohne Grundversorgung dastehen, politisch zunutze machen (…) Jetzt politisieren sie die Demonstrationen und spontanen Proteste, nutzen die Netzwerke, um hysterische und aggressive Hassreden zu schüren, stacheln zur Gewalt auf den Straßen an, lehnen die geringste Lockerung der Blockade ab und folgen wortgetreu dem Drehbuch des sanften Staatsstreichs.“

„Nicht der Moment, um dem Regime zu helfen“

Die Instituciones martianas, zu denen das Büro des Programms Martiano sowie das Zentrum der Estudios Martianos gehören, erklärten dazu: „Die verheerenden ökonomischen Folgen auf nationaler und internationaler Ebene, die internen Schwierigkeiten und die geistigen und materiellen Auswirklungen der Pandemie zu ignorieren ist unmöglich. Hinzu kommen die seit mehr als sechs Jahrzehnten andauernde verschärfte Blockade und der anhaltende kulturelle und ökonomische Krieg. All dies und nun der Hurrikan sind ein Nährboden für Stress, Entmutigung, Gleichgültigkeit und Hass unter unseren Bürger*innen.“ Carlos Lazom von der Organisation Lazos de Amor verurteilte die Aussagen des US-amerikanischen republikanischen Senators Marco Rubio. Dieser erklärte, es sei nicht „der Moment, dem Regime in Kuba zu helfen“, nachdem die kubanischen Behörden die USA um Hilfe bei der Bewältigung der Folgen des Hurrikans gebeten hatten. Das Wall Street Journal hatte enthüllt, dass ein derartiges Hilfsgesuch an die US-Regierung ergangen war. Lazos de Amor, die die Blockierung Kubas durch die USA ablehnt, startete zusammen mit der Organisation Code Pink die Kampagne „Wir erschaffen den Hurrikan der Liebe zur Unterstützung unseres Volks“, um bei der Beschaffung von Nahrung, Medizin, und medizinischem Equipment zu helfen. In diesem Zusammenhang berichtete das kubanische Außenministerium, dass die kubanischen und amerikanischen Behörden Informationen über die umfangreichen Schäden austauschen, die der Sturm in beiden Ländern verursacht hat. Auf Twitter teilten sie außerdem mit, dass „wir auch mit anderen Regierungen in Verbindung stehen, die sich für den Wiederaufbau in Kuba nach den Verwüstungen interessieren“.

Beim Durchzug des Wirbelsturms durch den Westen Kubas in der vergangenen Woche kamen drei Menschen ums Leben, Zehntausende wurden evakuiert, Tausende von Häusern wurden zerstört oder teilweise beschädigt. In der Landwirtschaft, insbesondere beim Tabakanbau, dem wichtigsten Wirtschaftszweig in der Provinz Pinar del Río gab es schwere Verluste. Außerdem wurden erhebliche Schäden an der Infrastruktur, insbesondere an den Stromnetzen, gemeldet.

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