Bolsonaro kürzt Forschungsgelder für Gesundheit und Agrarindustrie

Forschungsprojekte in mehreren Bereichen werden nicht mehr finanziert.                              Foto: Mauro Pimentel/AFP (Brasil de Fato)
CC BY-ND 4.0

(Rio de Janeiro, 11. Oktober 2022, Brasil de Fato).- Dass die Regierung von Jair Bolsonaro (PL) den Subventionsstopp für Hochschulen und Universitäten aufgehoben hat, war eine Erleichterung für die Einrichtungen. Jedoch zeigt eine weitere Entscheidung, die am 6. Oktober im Amtsblatt der Union (DOU) veröffentlicht wurde, dass der Angriff auf die Bildung weitergeht: 616 Millionen brasilianische Real, die für Forschungsaktivitäten an öffentlichen Universitäten vorgesehen waren, wurden dem Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation (MCTI) gestrichen.

Forschungsbereiche in verschiedenen Bereichen sind betroffen

Die Kürzungen betreffen zahlreiche Projekte, die für den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt des Landes in den verschiedensten Bereichen unerlässlich sind und die nun definitiv gestrichen werden. Von den 616 Millionen Reales (etwa 115 Mio. EUR) waren ursprünglich 30 Millionen für die Förderung institutioneller Forschungsprojekte im Gesundheitssektor vorgesehen. Auch die Förderung von Forschung und Entwicklung in grundlegenden und strategischen Bereichen musste Kürzungen in Höhe von rund 177 Millionen Reales hinnehmen. Selbst Forschungen, die die Regierung Bolsonaro als vorrangig bezeichnet, werden die Kürzungen zu spüren bekommen. Die Förderung institutioneller Projekte für die Forschung im Agrarsektor wurde um mehr als 27 Millionen Real gekürzt. Die Förderung institutioneller Projekte für die Forschung im Erdöl- und Erdgassektor muss mit 88 Millionen Real weniger auskommen. Professor Fernando Cássio von der Bundesuniversität ABC erklärte, dass diese neuen Kürzungen direkte Auswirkungen auf die Forschungsaktivitäten der öffentlichen Universitäten hätten. Diese übernehmen etwa 95 Prozent der wissenschaftlichen und technologischen Produktion des Landes.

Man lässt die Forschungsgebiete um die Finanzierung kämpfen“

Sie haben an einer Seite gekürzt, um die andere zu bezuschussen. Sie haben das Budget der Universitäten freigegeben, aber das Budget des MCTI (Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation) gestrichen. Sie geben Gelder frei, damit die Stromrechnungen der Universitäten bezahlt werden können, und streichen das gesamte Geld, das für die Forschungsinfrastruktur bestimmt ist“, sagt er. Wie der Professor weiter betonte, betrifft diese Entscheidung sehr viele Leute, da die Mittelkürzungen auch für staatliche Universitäten und nicht nur für Bundeseinrichtungen bestimmt sind. „Mit der einen Hand nimmt man, mit der anderen gibt man, und im speziellen Fall des MCTI kommt erschwerend hinzu, dass der Haushalt gestrichen wurde. Diese finanziellen Mittel kommen nicht mehr zurück, die Gelder sind verloren. Es handelt sich nicht um eine vorübergehende Sperre [wie bei den Unis], die Gelder wurden gestrichen“, bedauert er. „Das ist mehr oder weniger die Logik der Ausgabendeckelung: Man lässt die verschiedenen Forschungsgebiete um die finanziellen Ressourcen kämpfen. Es ist sehr ernst, die Universitäten sind nach wie vor direkt betroffen“, fügt er hinzu.

Was sagt das MCTI?

Das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation wurde von Brasil de Fato kontaktiert, hat aber bis zur Veröffentlichung dieses Berichts keine Stellung bezogen.

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