Maßnahmen gegen Stanford-Bank


(Rio de Janeiro, 19. Februar 2009, púlsar).- Am 17. Februar lies die US-Regierung die Konten der Finanzgruppe Stanford International Bank einfrieren. Allen Stanford, texanischer Multimilliardär und Eigentümer der Gruppe, wird beschuldigt, Wertpapiere mit nach Ansicht der Wertpapierkommission der USA stark überhöhten Zinsversprechungen im Wert von über acht Millionen US-Dollar verkauft zu haben.

In Lateinamerika zeigen die Betrugsvorwürfe erste Folgen: Nachdem die Anschuldigungen bekannt wurden, begannen Anleger*innen in ganz Lateinamerika, ihre Ersparnisse von der Bank zu holen. Die Regierungen ergriffen daraufhin zu entsprechenden Maßnahmen, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen: Die venezolanische Regierung beschloss, die örtliche Niederlassung der Stanford Bank zu verstaatlichen.

Noch einen Tag zuvor hatte sie erklärt, es bestehe kein Grund zur Panik, da das Finanzinstitut in der Lage sei, die Krise durchzustehen. Der venezolanische Finanzminister Alí Rodríguez erklärte, man habe die Bankenaufsicht, den Obersten Rat und den Direktor der Banco Central Venezolano angehört und anschließend den Kurswechsel eingeschlagen.

Die peruanische Regierung beschloss ihrerseits, die Aktivitäten der Stanford Group, die an der Börse in Lima operiert, für 30 Tage zu stoppen. Die nationale Aufsichtsbehörde für Firmen und Wertpapiere CONASEV (Comisión nacional Supervisora de Empresas y Valores) erklärte, trotz dieser Maßnahmen bestünden Stanfords Verbindlichkeiten gegenüber den Kund*innen und seine auf dem Wertpapiermarkt eingegangenen Verpflichtungen fort. Stanford Peru dürfe ausschließlich Aktivitäten ausführen, die „mit den Vermittlungsbemühungen auf dem Wertpapiermarkt kompatibel“ seien.

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