ASOREDIPAR
ASOREDIPAR steht für Asociación Red Interétnica de Parteras y Parteros del Chocó (Interethnischer Verband der Hebammen und Geburtshelfer von Chocó) und ist ein Zusammenschluss von über 1.500 traditionellen Geburtshelfer*innen afrokolumbianischer und indigener Herkunft im Departement Chocó in Kolumbien. In den teils sehr abgelegenen Gemeinden entlang der kolumbianischen Pazifikküste, wo der Zugang zum formellen Gesundheitssystem stark eingeschränkt ist, übernehmen die Parteras y Parteros die Betreuung während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in der Zeit nach der Geburt.
Die wichtigsten Grundsätze der Arbeit des im Jahr 2010 gegründeten Vereins ASOREDIPAR sind:
– Erhalt des überlieferten Wissens: Die traditionelle Hebammenarbeit ist in Kolumbien offiziell als immaterielles Kulturerbe der Nation anerkannt.
– Dateninnovation: Im Rahmen des Projekts „Partera Vital“ wurden mobile Tools eingeführt, mit denen Geburten in Echtzeit erfassen können. So werden auch Kinder registriert, die in abgelegenen ländlichen Gebieten zur Welt kommen.
– mehr Geburtshäuser: Mit Unterstützung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), des Netzwerksfonds des Ministeriums für Gleichstellung und der schwedischen Entwicklungsagentur Sida wurde in Quibdó das erste Hebammenhaus Kolumbiens eröffnet.
– Kampf um Arbeitsrechte: Der Verband hat vor dem kolumbianischen Verfassungsgericht für angemessene Arbeitsbedingungen gestritten und vom Gesundheitsministerium die Aufnahme der Geburtshelfer*innen in den Verband der Gesundheitsberufe gefordert.
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