Friedensvertrag (zwischen dem kolumbianischen Staat und der FARC-EP)

Die endgültige Version des „Abschlussabkommens zur Beendigung des Konflikts und zu Schaffung eines stabilen und dauerhaften Friedens“ (span. Acuerdo Final para la Terminación del Conflicto y la Construcción de una Paz Estable y Duradera) wurde am 24. November 2016 im Teatro Colón in Bogotá von der damaligen kolumbianischen Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos und der Guerilla FARC-EP (Revolutionäre Streikräfte Kolumbiens – Volksarmee) unterzeichnet. Das Abkommen markierte das Ende von mehr als 50 Jahren bewaffneten Konflikts. Vier Jahre hatten beide Seiten zuvor in Havanna, Kuba, miteinander verhandelt. Die Unterzeichnung einer ersten Fassung des Abkommens erfolgte in einem feierlichen Akt am 26. September 2016. Allerdings wurde die Fassung im Oktober in einem Referendum nach einer rechten Kampagne von einer knappen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Nach der Überarbeitung des Abkommens stimmte das Parlament zu, sodass der Friedensvertrag am 1. Dezember 2016 in Kraft treten konnte.

Das Abkommen ist in sechs Punkte gegliedert: eine integrale Landreform, die politische Teilhabe der ehemaligen Guerilla, die Entwaffnung und Reintegration der Kämpfer*innen in speziellen Reintegrationszonen (ETCR), eine Lösung der Problematik illegaler Drogen, ein System der Übergangsjustiz (so die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden, JEP) sowie Mechanismen zur Umsetzung und Verifizierung des Abkommens. Mehr als 13.000 Kämpfer*innen der FARC legten ihre Waffen nieder. Allerdings blieb die Umsetzung des Friedensvertrags lückenhaft: Die angestrebte Landreform wurde nur in geringem Maße umgesetzt und die Sicherheit der früheren Kombattant*innen nicht garantiert. In der Folge wurden Hunderte Exkämpfer*innen ermordet, einige wenige Demobilisierte griffen wieder zu den Waffen.

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