Pandora Papers geben Infos über Ex-Präsident Horacio Cartes preis

Ex-Präsident Horacio Cartes, hier noch im Amt
Foto: Medios Públicos via flickr
CC BY-SA 2.0

(Asunción, 4. Oktober 2021, BASE-IS).- Die spanische Zeitung El País und das Internationale Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) berichteten Anfang Oktober über belastende Unterlagen, die zahlreiche einflussreiche Menschen aus der globalen Wirtschaft und Politik mit Briefkastenfirmen und Bankkonten in Steueroasen in Verbindung bringen. Unter anderem  wurde Ex-Präsident Horacio Cartes der Besitz einer solchen Firma in Panama nachgewiesen. Aus dem Unternehmensbericht geht hervor, dass seine Wirtschaftsgruppe ca. 247.000 Hektar Land in Paraguay besitze. Bereits im April 2017 hatte die Initiative BASE-IS Cartes als zweitgrößten Landbesitzer des Landes bezeichnet. Der heutige Ex-Präsident Paraguays besaß damals bereits mehr als 200.000 Hektar Land. Übertroffen wird die Unternehmensgruppe nur von der Moon-Sekte, die insgesamt 590.000 Hektar Land ihr Eigen nennt. Die Grundstücke liegen größtenteils in Puerto Pinasco im Departamento Presidente Hayes. Die Grundstücke der Cartes-Gruppe sind auf dem Papier Eigentum von Firmen wie Ganadera Chajá, Ganadera Sofía, Ganadera Las Palmas, Campos e Invernada SA und Compañia Agrotabacalera del Paraguay SA.

Landverteilung extrem ungleich

Bezogen auf die Landverteilung herrscht in Paraguay die größte Ungleichheit in der Region. Laut der letzten nationalen Landwirtschaftszählung 2008 verteilen sich zwölf der insgesamt 31 Millionen Hektar nutzbarer Fläche auf 600 Fincas. Wie die Aktivistin Marielle Palau in ihrem Buch Reforma Agraria es Desarrollo Nacional („Agrarreform ist nationale Entwicklung“) beschreibt, sind über 1,8 Millionen Hektar Land Eigentum der 16 größten Grundbesitzer, während mehr als 300.000 Bäuerinnen und Bauern gar kein Land besitzen.

Diktator verschenkte Tausende Hektar Land an seine Freunde

Horacio Cartes, Anführer der Bewegung „Honor Colorado“, nutzte seinen politischen Einfluss, um ein Gesetz zur Kriminalisierung kämpfender Bäuerinnen und Bauern durchzusetzen. Beispielsweise wurden die Strafen für Landbesetzung erhöht. Auf diese Weise versucht der ehemalige Präsident, von der ungerechten Landverteilung in Paraguay abzulenken. Diese ist zum großen Teil auf eine unrechtmäßige Anhäufung von Land zurückzuführen: Während seiner 35-jährigen Herrschaft verschenkte Diktator Alfredo Stroessner acht Millionen Hektar Land an Freunde.

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