Greenpeace warnt vor Verschmutzung und Verlust von Feuchtbiotopen

Foto: prensa latina

Santiago de Chile, 2. Februar 2020, prensa latina).- Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace drohen mehr als 70% aller weltweit existierenden Feuchtgebiete zu verschwinden. In Chile haben die wertvollen Biotope mit einer drastisch zunehmenden Verschmutzung zu kämpfen, was eine spürbare Verknappung der Wasserreserven zur Folge hat. Zum 50-jährigen Jubiläum des Übereinkommens über den Schutz von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung (Ramsar-Konvention) am 2. Februar 2021 warnte Greenpeace vor den gravierenden Folgen der starken Verschmutzung: Jedes Jahr gelangten ca. 8 Mio. Tonnen Plastikabfälle ins Meer, und nur 9% davon würden weltweit recycelt. In Chile verbrauche eine Person im Jahr durchschnittlich 51 kg Plastik. Insgesamt würden bis zu 25.000 Tonnen Einwegmaterialien, u.a. Verpackungen von Süßigkeiten sowie Flaschen, Besteck, Becher und Teller produziert. Lediglich 8% des Plastikabfalls würden recycelt, erklärte Soledad Acuña, Sprecherin der Kampagne Chile sin plásticos („Chile ohne Plastik“). Der Rest lande auf der Mülldeponie und in der Umwelt – häufig in Flüssen, Seen oder Feuchtbiotopen. Acuña rief dazu auf, sich im Zusammenhang mit dem Internationalen Tag der Feuchtgebiete über die Schutzbedürftigkeit dieser Flächen bewusst zu werden. Ihre Nähe zu bevölkerungsreichen Regionen mache sie anfällig für die durch Menschen verursachte Verschmutzung und die Folgen der unsachgemäßen Abfallentsorgung.

Feuchtgebiete: die Nieren der Erde

Esteban Araya, Mitglied des Nationalen Verbands der Feuchtgebiete und der Küsten-Beobachtungsstelle, betrachtet „Feuchtbiotope aufgrund ihrer Dekontaminationspotentials als Nieren der Erde. Im Moment sind sie jedoch massiv gefährdet, und das hat Auswirkungen auf die Wasserreserven unseres Planeten.“ Expert*innen gehen davon aus, dass Feuchtgebiete neben weiteren positiven Effekten Gewässer reinigen sowie Wasserpegel in Flussgebieten regulieren und damit vor Überschwemmungen schützen. An der Küste stellen sie eine wichtige Barriere dar, um Fluten abzufangen. Außerdem sind sie essenziell für die CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre und tragen somit zur Bekämpfung der globalen Klimakrise und dem Erhalt der Biodiversität bei. In Chile gibt es mehr als 40.000 Feuchtbiotope auf einer Fläche von ca. 4,5 Mio. Hektar. Dies entspricht einem Anteil von nahezu 5,9% der Gesamtfläche des Landes.

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