Einweihung des zweitgrößten Staudamms in Lateinamerika

Blick auf die Staumauer / Eby gov py, wikipedia(Venezuela, 27. Februar 2011, telesur).- Die Präsident*innen von Argentinien und Paraguay, Cristina Fernández und Fernando Lugo, haben am 25. Februar in der nordöstlichen argentinischen Stadt Posadas die Fertigstellung des Wasserkraftwerkes Yacyretá gefeiert. Bei dem Bau handelt es sich um den zweitgrößten Staudamm in Lateinamerika, hinter Itaipú, einem Gemeinschaftsprojekt von Brasilien und Paraguay. Der Bau von Yacyretá war bereits im Jahr 1974 begonnen worden.

Pleiten, Pannen und Korruption

Argentiniens Präsidentin Fernández sprach von einer neuen historischen Zeit, die nun angebrochen sei. Das Projekt habe viele kritische Phasen durchlaufen, Pannen überstanden und sei zudem auch von Korruption begleitet gewesen. Nach der extrem langen Bauzeit werde Yacyretá über 5,6 Millionen Menschen in Argentinien und Paraguay mit Strom versorgen. Die Fertigstellung sei schließlich ein Sieg der Argentinier*innen und Paraguayer*innen über sich selbst, so Fernández.

Ziel sei es, diese Zahl noch zu steigern. Fernández erinnerte in ihrer Rede an Präsident Juan Domingo Perón, in dessen Amtszeit die Planung begann, aber auch an ihren im Oktober 2010 verstorbenen Ehemann und Amtsvorgänger Néstor Kirchner, der das Projekt eigentlich hatte abschließen wollen. Yacyretá werde einen wichtigen Beitrag zur Stützung des wirtschaftlichen Wachstums in Argentinien leisten. Die Präsidentin nutzte die Feierlichkeiten für den Hinweis, dass im September mit dem Kernkraftwerk Atucha II bereits ein weiteres prestigereiches Energieprojekt an den Start gehen werde. Dieses war 1994 zeitweilig auf Eis gelegt worden.

Binationales Mammutprojekt

Fernando Lugo, Paraguays Präsident, hob den Nutzen von Yacyretá für die Menschen im Einzugsgebiet auf der paraguayischen Seite hervor. Es werde auch an Umweltbelange gedacht. Argentinien und Paraguay hätten sich auf einen Kodex verständigt, um mögliche Konflikte auf dem Weg des Konsenses beilegen zu können.

Das Wasserkraftwerk Yacyretá hatte zwar bereits im September 1994 die Energieerzeugung aufgenommen, es mussten aber 16 weitere Jahre ins Land gehen, bis die ursprünglich geplante Maximalleistung erreicht wurde. Das Projekt, am Río Parana einen Staudamm zu errichten, geht bis auf das Ende der Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts zurück, konkretisierte sich aber erst im Dezember 1973: Argentiniens Präsident Juan Domingo Perón unterzeichnete mit dem paraguayischen Präsidenten Alfredo Stroessner einen Vertrag.

17.000 Menschen umgesiedelt

Die Bauarbeiten kamen 1998 zwischenzeitlich zum Erliegen. Zudem versuchte der von 1989 bis 1999 regierende argentinische Präsident Carlos Menem erfolglos, das Kraftwerk zu privatisieren. Im Jahr 2004 vereinbarten die damaligen Präsidenten von Argentinien und Paraguay, Néstor Kirchner und Nicanor Duarte, einen Plan zum Abschließen der scheinbar nicht enden wollenden Arbeiten an Yacyretá. Dessen Umsetzung begann allerdings erst zwei Jahre später. Mit dem Plan war auch die Umsiedlung von 17.000 Familien verbunden, die an den Ufern des Río Paraná lebten. Ihnen wurde vielfältige Unterstützung zugesichert, sowohl in Form von Infrastrukturmaßnahmen als auch von sozialen Leistungen.

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