Amazonas brennt, Bolsonaro verspricht

Aktuelle Entwaldung im Amazonasgebiet. Screenshot: Terrabrasilis (CC BY-SA 4.0)

(Brasilia, 7. Mai 2021, prensa latina/poonal).- Im April 2021 wurden nach Regierungsangaben insgesamt 581 Quadratkilometer Wald im brasilianischen Amazonasgebiet zerstört. Dieser Rekordwert ist die größte Waldzerstörung in Brasilien innerhalb eines Monats seit sechs Jahren. Laut dem brasilianischen Weltraumforschungsinstitut INPE (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais) ist die Zerstörung im April damit um 43 Prozent zum Vorjahreszeitraum angestiegen. Ein ähnlich hoher Wert wurde im April 2018 mit 490 Quadratkilometern zerstörtem Wald erreicht.

Der Wert für April ist bereits der zweite Rekordwert in diesem Jahr hintereinander. Im März wurden 368 Quadratkilometer Wald abgeholzt, ein Anstieg von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach der Auswertung von Satellitenbildern teilte das INPE mit, dass das brasilianische Amazonasgebiet in den ersten vier Monaten des Jahres 2021 1.157 Quadratkilometer Wald verloren hat. Das ist ein leichter Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Brasilien sieht sich hohem internationalen Druck ausgesetzt, um die Zerstörung des größten Tropenwaldes der Erde zu bremsen, dem eine entscheidende Rolle im Klimawandel zugeschrieben wird.

Bolsonaro verspricht Klimaneutralität

Auf einem virtuellen Klimagipfel, der am 21. und 22. April auf Initiative der USA stattfand, betonte Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, sein Land sei zu internationaler Kooperation bereit und versprach, Brasilien werde im Jahr 2050 eine Klimaneutralität erreichen.

„Ich habe veranlasst, dass unsere Klimaneutralität in Brasilien bis 2050 erreicht sein wird. Deshalb ziehe ich frühere Ankündigungen um zehn Jahre vor“, so Bolsonaro. Zu den notwendigen Maßnahmen zum Erreichen dieses Ziels betonte der Präsident seine Absicht, „die illegale Abholzung bis 2030 zu stoppen, mit der schnellen und vollständigen Anwendung unseres Waldgesetzes.“

„Bolsonaro belügt die Welt“

Die oppositionelle brasilianische Arbeiterpartei PT beschuldigte den ehemaligen Hauptmann daraufhin, in seiner Rede auf dem Klimagipfel dreist gelogen zu haben. „Bolsonaro verfolgt nicht nur eine Politik des Ökozids, jetzt belügt er auch noch die Welt“, betonte der Vorsitzende der PT im Parlament, Elvino Bohn Gass.

Auch die kurze Erklärung des Präsidenten, für die Stärkung der Umweltbehörden gesorgt und deren Budget verdoppelt zu haben, bezeichnete Bohn Gass als „große Lüge“. So habe die Regierung Bolsonaros in knapp über zwei Jahren 606 Gesetze und Anordnungen ausgesetzt oder modifiziert und so „die gesamte Rechtsgrundlage zur Anwendung der Gesetze und Bestrafung der Straftäter“ im Umweltbereich zerstört.

Offenbar wollte Bolsonaro mit seiner scheinbaren Kehrtwende erreichen, an enorme Geldmengen zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes zu gelangen, die die Biden-Regierung in Aussicht gestellt hatte. Ein solcher Deal kam jedoch nicht zustande.

CC BY-SA 4.0 Amazonas brennt, Bolsonaro verspricht von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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