Abholzung im Amazonasgebiet auf höchstem Stand seit fünf Jahren

Foto: ANRed

(Buenos Aires, 9. Februar 2020, anred).- Die Vegetation im brasilianischen Amazonasgebiet ist im Januar 2020 um insgesamt 284,3 Quadratkilometer zurückgegangen. Dies stellt die größte Abholzung in einem Monat Januar seit 2016 dar; sie ist sogar doppelt so groß wie die im gleichen Monat des Jahres 2019, wo die Rodung 136,2 Quadratkilometer betrug. Das gab das Nationale Institut für Weltraumforschung INPE (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciales) bekannt.

Das INPE veröffentlichte diese Daten auf der Grundlage einer vorläufigen Hochrechnung über Abholzung, die es mit Hilfe eines Warnsystems für Veränderungen in der Waldbedeckung des Amazonasgebietes durchgeführt hat. Basis dieser Hochrechnung war die Analyse von Satellitenbildern.

Bereits zuvor hatte das Institut darauf hingewiesen, dass die Rodung des brasilianischen Amazonasgebietes im letzten Jahr um 85 Prozent gestiegen war. Betrug diese im Jahr 2018 ungefähr 4.219 Quadratkilometer, so stieg sie im Jahr 2019 auf mehr als 9.165 Quadratkilometer an und erreichte so ebenfalls den höchsten Stand seit 2016.

Lockerung der Schutzmaßnahmen

Umweltschützer*innen führen diesen Anstieg einerseits auf die Lockerung der Kontrollmaßnahmen zurück, andererseits aber auch auf die anti-Umwelt-Rhetorik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, der die wirtschaftliche Ausbeutung des größten Regenwaldes der Welt verteidigt sowie die Schaffung von neuen Gebieten der indigenen Völker ablehnt.

Nach Ansicht von Nichtregierungsorganisationen fördern die Reden des ultrarechten Präsidenten gegen das Amazonasgebiet die unrechtmäßige Besetzung der Wälder durch Eindringlinge und illegale Holzfäller*innen. Trotz aller Kritiken legte Bolsonaro dem Kongress Anfang Februar 2020 einen Gesetzesentwurf vor, durch den der Bergbau, die Förderung von Öl und der Bau von Wasserkraftwerken in den indigenen Gebieten erlaubt werden soll.

Übergriffe beginnen früher

Die Abholzung wird außerdem als einer der wichtigsten Gründe für die Waldbrände angesehen, die im vergangenen Jahr um 30 Prozent zunahmen und große Flächen im Amazonasgebiet zerstörten. Dies hatte weltweit für Entsetzen gesorgt.

Mehrere Analytiker*innen wiesen darauf hin, dass der hohe Stand der Abholzung im Januar 2020 darauf hindeute, dass die Übergriffe durch Holzfäller*innen und Landwirt*innen in diesem Jahr bereits früher begonnen hätten. Im Allgemeinen sei die Zerstörung des Waldes in diesem Monat durch die Regenfälle eher niedriger, da diese die Arbeiten mit schweren Maschinen in den Dschungelgebieten erschwerten.

CC BY-SA 4.0 Abholzung im Amazonasgebiet auf höchstem Stand seit fünf Jahren von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Webseite möchte Cookies für ein optimales Surferlebnis und zur anonymisierten statistischen Auswertung benutzen. Eine eingeschränkte Nutzung der Webseite ist auch ohne Cookies möglich. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen