Möge der Bessere gewinnen

Foto: Roberto Parizotti via Fotos publicas
CC BY-NC 2.0

(Brasilia, 2. Oktober 2022,la diaria) – Pünktlich um 8.00 Uhr öffneten heute morgen in Brasilien die Wahllokale. Laut der letzten Datafolha-Umfrage am Samstagnachmittag bekommt Luiz Inácio Lula da Silva 50 % der Wählerstimmen, gefolgt vom derzeitigen Präsidenten Jair Bolsonaro mit 36 %. Es bestehen also Chancen, dass Lula die Wahl in der ersten Runde für sich entscheiden kann. Bis 17.00 Uhr können die Wähler*innen ihre Stimme abgeben. Dank des elektronischen Wahlsystems darf auch schon kurze Zeit danach mit der Bekanntgabe der Ergebnisse gerechnet werden. Aufgrund der Größe des Landes gibt es in Brasilien unterschiedliche Zeitzonen. Ausschlaggebend wird die Zeitzone von Brasilia sein. Für Personen zwischen 18 und 69 Jahren besteht Wahlpflicht. 16- und 17-Jährige sowie Menschen über 70 sind berechtigt, ihre Stimme abzugeben.

Gewalt im Vorfeld, Waffenverbot am Wahltag

Der Wahlkampf war geprägt von Gewaltausbrüchen und politisch motivierten Morden. Das Oberste Wahlgericht hat daher das Tragen von Waffen für Privatpersonen ab Samstag verboten. Die Anordnung gilt bis Montag. Unmittelbar nach der Öffnung der Wahllokale erklärte der Präsident des Obersten Wahlgerichts Brasiliens Alexandre de Moraes auf Twitter, das Wahlgericht sei darum bemüht, „dass dieser Sonntag für alle friedlich und sicher verläuft“. Lula ging um 8 Uhr morgens in Begleitung seiner Frau Rosângela da Silva und des Vizepräsidentschaftskandidaten Geraldo Alckmin in São Bernardo do Campo zur Wahl. Ebenfalls anwesend waren der Gouverneurskandidat von São Paulo Fernando Haddad und die Vorsitzende der Arbeiterpartei Gleisi Hoffmann. Lula erklärte, er wünsche sich für Brasilien nach den Wahlen die Rückkehr zur „Normalität“. „Ich hoffe, dass Brasilien nach der Wahl ein besseres Land sein wird. Wir wollen nicht noch mehr Hass. Dies ist die wichtigste Wahl für mich“.  Selbst die fanatischsten Bolsonaro-Anhänger*innen müssten das Ergebnis akzeptieren. Er selbst zeigte sich zuversichtlich, dass es ihm gelingen werde, Frieden und Demokratie in Brasilien wiederherzustellen, denn „die Mehrheit der Gesellschaft will keine Konfrontation, sondern Frieden“. „2018 konnte ich nicht wählen, weil ich im Gefängnis war, ein Opfer ihrer Lügen. Vier Jahre später bin ich vollständig rehabilitiert, ich darf wählen und habe die Möglichkeit, wieder Präsident dieses Landes zu werden“, so Lula gegenüber Infobae. Bolsonaro gab seine Stimme am Morgen in Rio de Janeiro ab. „Wenn die Wahlen sauber sind, gibt es kein Problem, möge der beste Mann gewinnen“, erklärte er und fügte hinzu, er sei sicher, dass er in der ersten Runde siegen werde. „Wir werden heute mindestens 60 % der Stimmen bekommen“, so der Präsident im Gespräch mit Estadão. Wie schon öfter während seiner Amtszeit und im Wahlkampf kritisierte Bolsonaro die Presse. Die Frage, ob er das Ergebnis akzeptieren würde, egal wie es ausfalle, ließ er unbeantwortet. Ex-Präsidentin Dilma Rousseff ging ebenfalls früh zur Wahl. „Ich erwarte einen Sieg der Demokratie, und das bedeutet Lulas Sieg in der ersten Runde“, erklärte sie gegenüber Folha de São Paulo.

 

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