Lula in Umfragen vor Bolsonaro

Keine Wahlkampfhilfe: Der ex-Parlamentsabgeordnete Roberto Jefferson (links, hier im Bild mit dem brasilianischen Präsidenten Bolsonaro) hat die Bundespolizei kurz vor der Stichwahl mit Schusswaffen und Granaten angegriffen. Foto: Agencia Púlsar Brasil/PTB

(Montevideo, 24. Oktober 2022, la diaria).- Kurz vor den Präsidentschaftswahlen am kommenden Sonntag, 30. Oktober 2022, liegt Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auch weiterhin vor dem aktuellen Staatschef Jair Bolsonaro. Das ist das Ergebnis zweier Umfragen, die am Montag, 24. Oktober 2022, veröffentlicht wurden.

Laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IPEC (Inteligencia em Pesquisa e Consultoria) waren die Ergebnis identisch mit denen der letzten Befragung von Montag, 17. Oktober 2022: Der Chef der Arbeiterpartei PT konnte 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen – gegenüber 43 Prozent für den ultrarechten Präsidenten. Auf leere und ungültige Stimmen entfielen fünf Prozent, zwei Prozent hatten nicht geantwortet.

Berücksichtigt man nur die gültigen Stimmen, so verbucht der linksgerichtete Kandidat 54 Prozent der Stimmen für sich, während der aktuelle Staatschef auf 46 Prozent kommt. Dem Datenblatt zufolge führte IPEC zwischen dem 22. und 24. Oktober 2022 in 183 brasilianischen Gemeinden sämtlicher Regionen und Bundesstaaten insgesamt 3.008 Befragungen zur Präsidentschaftswahl durch. Die Fehlerquote liegt bei plus/minus zwei Prozent.

Lula legt in Umfragen leicht zu

Zum gleichen Zeitpunkt führte die Beratungsfirma Atlas eine Umfrage durch, die ebenfalls am Montag, 24. Oktober 2022, von den brasilianischen Medien veröffentlicht wurde. Berücksichtigt man auch hier nur die gültigen Stimmen, liegt Lula mit 53 Prozent vor Bolsonaro (47 Prozent).

Bei der letzten Umfrage von Atlas eine Woche vorher hatte der Chef der Arbeiterpartei 51,1 Prozent der Gesamtstimmen und 52,4 Prozent der gültigen Stimmen erhalten. In der aktuellen Umfrage legte Lula somit um 0,9 Prozentpunkte zu und erreichte 52 Prozent der gesamten und 53 Prozent der gültigen Stimmen.

Auf Jair Bolsonaro hingegen entfielen in der Vorwoche 46,5 Prozent der insgesamt abgegebenen Stimmen und 47,6 Prozent der gültigen. Somit verlor der amtierende Präsident in der laufenden Woche 0,3 Prozent und liegt jetzt bei 47 Prozent der gültigen Stimmen. Damit erhöhte sich der Vorsprung von Lula von 4,6 auf insgesamt 5,8 Prozent der Gesamtstimmen und von 4,8 auf 6 Prozent der gültigen Stimmen. Atlas befragte zwischen dem 18. und 22. Oktober insgesamt 4.500 Personen über digitale Plattformen. Die Fehlerquote bei der Umfrage liegt bei plus/minus einem Prozent.

Ehemaliger politischer Begleiter schießt auf Polizist*innen

Neben der Veröffentlichung der Umfrageergebnisse und mitten im Wahlkampf der beiden Kandidaten beherrscht in Brasilien noch ein weiteres Thema die Schlagzeilen: Die Schüsse, die von dem ehemaligen Abgeordneten und Bolsonaro-Befürworter Roberto Jefferson am Sonntag, 23. Oktober 2022, auf die Polizist*innen abgegeben wurden, die ihn in seinem Haus festnehmen wollten.

Während Jefferson in einer Polizeidienststelle in Rio de Janeiro in Haft bleibt und auf seinen Prozess wegen vierfachen versuchten Mordes wartet, nachdem er mehr als 20 Schüsse mit einem Gewehr abgegeben und zwei Handgranaten auf die Polizist*innen geworfen hatte, ging Bolsonaro abermals auf Distanz zu demjenigen, der früher sein politischer Begleiter war.

In einem Live-Interview mit dem Nachrichtenportal Metrópoles in der Hauptstadt Brasilia sagte der Präsident: “Ich habe zahlreiche Freunde in Brasilien; wenn einer von ihnen sich geirrt hat – was hat das mit mir zu tun?” Zudem stritt Bolsonaro ab, dass Jefferson Mitglied seines Wahlkomitees sei. Zu Fotos, die Stunden zuvor verbreitet worden und auf denen sie gemeinsam zu sehen waren, merkte er an, dass diese vor langer Zeit aufgenommen worden wären: “Ich habe von ihm kein Foto als Mitarbeiter, das ist absurd. Es gibt viele Fotos von mir mit ihm”, bekräftigte er laut der Tageszeitung Folha de São Paulo.

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