Angebliche Fake News – Kolumbianer in Moskau verhaftet

Eine Festnahme in Moskau. Foto: Evgeniy Isaev/Flickr (CC BY 2.0)

(Berlin, 15. April 2022, poonal).- Am Montag, 11. April wurde der Kolumbianer Alberto Enrique Giraldo Saray in seiner Wohnung in Moskau festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Das gaben die russischen Behörden bekannt. Saray wird vorgeworfen, Fake News über den russischen Krieg gegen die Ukraine verbreitet zu haben, der in Russland lediglich als „Spezialoperation“ bezeichnet wird.

Saray soll im März „eine technische Schulung und eine anschließende verdeckte Platzierung von mobilen Geräten in einem Moskauer Einkaufszentrum“ durchgeführt haben, teilten die Behörden mit. In den sozialen Netzwerken soll Saray in mehreren Nachrichten „falsche“ Informationen über das Vorgehen der russischen Streitkräfte in der Ukraine verbreitet haben und über Tötungen von ukrainischen Zivilist*innen durch die russische Armee berichtet haben.

Zehn Jahre Haft möglich

Ein neues Gesetz stellt in Russland seit Anfang März das Verbreiten von Fake News unter Strafe. Dazu gehört bereits, eine andere Version über den Angriff auf die Ukraine zu verbreiten als von den russischen Behörden vorgegeben. Bislang sollen mindestens 20 Russ*innen wegen des neuen „Vergehens“ angeklagt worden sein. Saray ist neben einem ukrainischen Journalisten der erste Ausländer, gegen den das Gesetz angewendet wird. Dem Kolumbianer drohen eine Geldstrafe von bis zu 60.000 Dollar oder bis zu zehn Jahre Haft.

Der 40-Jährige Kolumbianer aus Pereira lebt bereits seit über 20 Jahren in Russland, hat dort zwei Töchter und soll seiner Schwester zufolge im Tourismussektor tätig gewesen sein. Sie erklärte, Saray sei nie in politische Probleme verwickelt gewesen.

CC BY-SA 4.0 Angebliche Fake News – Kolumbianer in Moskau verhaftet von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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