Umweltminister Opfer von Morddrohungen

(Guatemala-Stadt, 31. August 2008, cerigua).- Der guatemaltekische Umweltminister Luís Ferraté hat bekannt gegeben, Morddrohungen zu erhalten. Er sei zudem von unbekannten Autos verfolgt worden, eine Situation, die Umweltschützer*innen und Diplomat*innen besorgt. Nach Informationen der Zeitung Prensa Libre sagte der Minister, er bekäme Morddrohungen per Telefon, seitdem Präsident Álvaro Colom verkündet habe, dass er Umweltminister werde. Die Anrufe hätten im April und Mai zugenommen.

Die Einschüchterungen hätten sich auch auf seine Familie, die Vizeminister und andere Angestellte des Ministeriums ausgeweitet. Ferraté sagte, die Angriffe kämen von Gegner*innen des Umweltschutzes, nannte aber keine Namen.

Bert Koenders, Minister für Internationale Zusammenarbeit in Holland, verurteilte bei seinem Besuch in Guatemala vor zwei Wochen die Situation und sagte, die internationale Gemeinschaft unterstütze Ferraté. Yuri Melini, Direktor der Umweltkoalition (Coalición Ambiental), eine Bewegung, die die wichtigsten Umweltorganisationen des Landes verbindet, missbilligte ebenfalls die Drohungen. Er wiederholte, Ferraté genieße die Unterstützung der Umweltschützer*innen Guatemalas.

Jorge Cabrera, Berater im Umweltministerium, hatte schon im Juli darauf hingewiesen, dass wirtschaftliche Interessen bewirken könnten, dass Ferraté seine Position verliere. Seine Politik, die eine Reduzierung der schädlichen Auswirkungen der Klimaerwärmung anstrebt, wird von einem Teil der Industrie, die in Guatemala unter großer Umweltbelastung produziert, nur ungern gesehen.

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