Siebzehnjähriger nach Kundgebung verschwunden

Foto: colombia informa

(Bogotá, 25. Juni 2021, colombia informa).- Dubán Felipe Becerra gilt seit dem 5. Juni 2021 als vermisst. Neben seiner Familie und seinen Freund*innen sucht auch die Stiftung für Menschenrechte Nydia Erika Bautista nach dem Siebzehnjährigen. Dubán wurde letztmalig an der Haltestation „Portal Resistencia“ (ehemals Portal Américas) im Süden von Bogotá gesehen. Die Haltestelle war seit Beginn des Streiks Treffpunkt der Protestbewegung gewesen. Dubán Felipe Becerra war in den letzten Wochen immer wieder mit Hunderten jungen Menschen dort zusammengekommen, um gegen den staatlichen Terror im ganzen Land zu protestieren.

Suche nach Dubán bisher erfolglos

Am 5. Juni 2021 begleitete Dubán seine Freundin nach Hause und fand sich danach Zeugenaussagen gemäß auf dem Platz der Station „Portal Resistencia“ ein. Als er bis zum Morgengrauen nicht nach Hause zurückgekehrt war, begannen seine Mutter und seine Schwestern am nächsten Tag, ihn in Krankenhäusern, Erstversorgungseinrichtungen und in der Gerichtsmedizin zu suchen und unermüdlich auf den Straßen nach ihm zu fragen. Doch bisher fehlt jede Spur und jedes Lebenszeichen. Die Menschenrechtsorganisation Nydia Erika Bautista unterstützt die Angehörigen bei der Suche. Eine der Mitarbeiterinnen der Stiftung betonte die Schwere des Falls und stellte bei der Generalstaatsanwaltschaft einen Antrag, die Suche zu beschleunigen und alle verfügbaren Suchmechanismen zu aktivieren. „Lebendig haben sie Dubán mitgenommen, und lebendig möchten wir ihn zurück“, erklärten seine Angehörigen.

Verschwindenlassen gehört zum Repertoire der Repression

Nach Angaben der „Kampagne Freiheit verteidigen“ (Campaña Defender la Libertad) wurden zwischen dem 28. April und dem 22. Juni 2021 insgesamt 84 Personen als vermisst gemeldet; ihr Verschwinden steht vermutlich im Zusammenhang mit den Demonstrationen während des Nationalstreiks. Im Zuge der aktuellen Protestwelle gehöre Verschwindenlassen offenbar zum Repertoire der staatlichen Gewalt und Repression des Staats gegen die Demonstrant*innen, so die Initiative.

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