„Revolucionarias“. Frauen im bewaffneten Kampf gegen die Diktatur

Foto: medio a medio

(Viña del Mar, 25. Januar 2022, medio a medio).-  Bei der 40. Buchmesse in Viña del Mar stellte die Anthropologin Tamara Hernández ihr Buch „Revolucionarias. Historia y Narrativas de Mujeres Rodriguistas“ (Revolutionärinnen. Geschichte und Erzählungen von Frauen des  FPMR) vor. Eine erste virtuelle Präsentation hatte im schon im Juni 2021 stattgefunden. An der Präsenzveranstaltung Ende Januar nahmen über hundert Personen teil. Neben der Autorin waren Widerstandskämpferinnen des Frente Patriótico Manuel Rodríguez anwesend. Durch den Abend führte Danilo Ahumada, Präsident des Journalistenverbands.

„Der FPMR taucht in der offiziellen Geschichtsschreibung nicht auf“

Der bewaffnete Kampf gegen die Diktatur wird von Mainstream-Medien und der offiziellen Geschichtsschreibung weitestgehend ignoriert, und ganz besonders den Frauen der Bewegung wird so gut wie keine Beachtung geschenkt. Tamara Hernández hat sich vorgenommen, diese Lücke zu schließen und über die militanten Genossinnen des Frente Patriótico Manuel Rodríguez (FPMR) zu schreiben. Über ihr Buch sagt die Autorin: „Ein zentrales Thema der verschiedenen Biografien und Zeitzeuginnenberichte ist die Frage, wie mit Erinnerung umzugehen ist, wie Vergangenheit durch Schreiben lebendig bleiben kann und wie man Vergangenes auf dem Hintergrund der Gegenwart interpretiert. Mein Buch ist eine Sammlung von Berichten über Entwicklungen in verschiedenen Bereichen, Kontexten und Themen. Eine wichtige Rolle spielt hier das politische Gedächtnis, und zwar insbesondere dort, wo es von der offiziellen Erinnerung abweicht. Der FPMR taucht in der offiziellen Geschichtsschreibung nicht auf, in der Geschichte des Übergangs zur Demokratie findet der bewaffnete Kampf  praktisch keine Erwähnung und erst recht keine Anerkennung. Dadurch entsteht der Eindruck, dass bewaffneter Kampf oder offene Konfrontation mit der Diktatur beim Übergang zur Demokratie keine Rolle gespielt habe. Der zweite Hauptaspekt meines Buches ist das Genderthema. Es erzählt bewusst von Frauen und behandelt insofern ein Stück Geschichte, das doppelt verleugnet wurde: den FPMR als Struktur und die Rolle der Frauen in dieser Organisation.“

„Dieses Buch ist konzipiert wie ein Chor, ein Gesang aus vielen Stimmen“

„Ich möchte an dieser Stelle auf meinen Onkel Mauricio Hernández Norambuena zu sprechen kommen“, fährt Hernández fort. „Für alle, die den Fall nicht kennen: Mauricio sitzt heute im Gefängnis, in fast vollständiger Isolation. 17 Jahre verbrachte er unter unmenschlichen Bedingungen in Isolationshaft in verschiedenen brasilianischen Gefängnissen. Seit August 2019 ist er hier in Chile inhaftiert, zurzeit im Rancagua-Gefängnis, und auch jetzt befindet er sich in völliger Isolation. Alles, was er zum Lesen geschickt bekommt, wird kontrolliert. Weitere Infos über seine Situation und die verschiedenen Soli-Kampagnen finden Sie in den Netzwerken. Sie sind herzlich eingeladen, ihn zu unterstützen und zur Verbesserung seiner Haftbedingungen beizutragen. Wir als seine Familie hoffen natürlich, dass er eines Tages wieder freikommt. Mauricio hat mich auf die Idee zu diesem Buch gebracht. Ich erzählte ihm, dass ich mich mit Erinnerung, Gedenken und Vermächtnis beschäftigte, und darauf meinte er: „Warum schreibst du nicht über unsere Genossin Cecilia Magni?“ Aus dem Einfall, eine Hommage an die Genossin Cecilia Magni, besser bekannt als Comandanta Tamara, zu verfassen, entwickelte sich das Projekt, über die Frauen des Frente Patriótico Manuel Rodríguez zu schreiben. Schnell wurde mir klar, dass es noch viel mehr Geschichten über die Frauen des FPMR zu erzählen gab, und ich hielt es für viel stimmiger, dieses Buch als Chor zu konzipieren, ein Gesang aus vielen Stimmen (…) Dieses Buch erzählt nicht die Geschichte des Frente, es ist eine Sammlung von Episoden, wichtigen Themen und Ereignissen, die mit den Geschichten und Biografien der Kämpferinnen erzählt werden.“

„Ich musste mitmachen bei diesem Kampf für Veränderungen“

Nach Tamaras Beitrag wandte sich Moderator Danilo Ahumada an die Genossinnen Fabiola und Pola: „Wie seid ihr zum Frente Patriótico gekommen, und was waren eure Gründe, euch dem Kampf anzuschließen?“ Dazu Fabiola: „Ich würde jetzt gern ein wenig ausholen. Wir haben soeben erfahren, dass die Mutter von José Joaquín Valenzuela Levi gestern gestorben ist. Unser Freund und Genosse, besser bekannt als El Atentado, wurde 1987 bei der Operation Albania getötet. Seine Mutter starb im Alter von 91 Jahren in Stockholm. Sie war Chiles erste graduierte Bergbauingenieurin…. Aber nun zu deiner Frage: Ich denke, bei solchen Entscheidungen geht es immer auch um persönliche Motive. Wahrscheinlich kamen die meisten von uns, Männer und Frauen, aus Familien, für die der Putsch unvereinbar war mit ihren Werten und Prinzipien. Ich hatte das Glück, an der Uni andere junge Leute kennenzulernen, mit denen ich mich politisch austauschen konnte. Insofern war es für mich persönlich ein ganz natürlicher Schritt, es gab nichts anderes. Es wäre für mich absolut nicht in Frage gekommen, zu Hause zu bleiben, fernzusehen, die Nachrichten zu verfolgen, aus der Zeitung ein paar spärliche Infos  darüber zu bekommen, was in diesem Land passiert. Ich musste einfach mitmachen bei diesem Kampf für Veränderungen. Bei mir war es das: So wie ich aufgewachsen bin, musste ich mich einfach der Bewegung anschließen. Ich weiß nicht, was andere für Gründe hatten, aber bei mir war es so.“

„Kämpfen, das bedeutete einfach: bewaffneter Kampf“

Pola erzählt: „Ich heiße Sandra Trafilaf, ich bin eine ehemalige politische Gefangene der Diktatur und Kämpferin der Patriotischen Front Manuel Rodríguez. Das Geschlecht spielte keine besondere Rolle, genau wie heute. Es ging um unsere Überzeugungen, unseren familiären Hintergrund, und schon damals überboten sich die Massenmedien darin, die Menschen NICHT wachzurütteln. Die Nachrichtensendungen waren Schlafmittel für das  Volk, es gab keinerlei Informationen über das, was in den verschiedenen Bereichen geschah…. Mein Klassenhintergrund war hingegen ziemlich eindeutig. Meine Mutter: Textilarbeiterin, mein Vater: Bäcker und außerdem Gewerkschafter und Aktivist der Kommunistischen Partei. Bei uns zu Hause wurde immer darüber geredet, was da überall passierte. Vieles spielte sich in meiner eigenen Familie ab. Die Repression der Diktatur gegen alle Aufständischen betraf uns ganz unmittelbar. Von klein auf habe ich Unterdrückung miterlebt, und immer wusste ich: Wenn du wissen willst, was passiert, musst du die Augen offen halten. Ich bin gewissermaßen mit militanten Strukturen aufgewachsen, also war es nur noch ein kleiner Schritt in die Patriotische Front Manuel Rodríguez. Kämpfen, das bedeutete einfach: bewaffneter Kampf. Und es war ein sehr würdevoller Kampf: Da waren junge Menschen, die es wagten, einer bestialischen Diktatur entgegenzutreten, einem terroristischen Staat, dessen Fundamente und Pfeiler bis heute erhalten geblieben sind. Dieser terroristische Staat verfügte über die notwendigen Mittel, um ein Regime der Straflosigkeit zu etablieren und aufrechtzuerhalten – bis heute.

„Wir waren überzeugt, dass wir das Recht auf unserer Seite haben“

Wir haben Höhen und Tiefen erlebt. Des Öfteren sahen wir uns mit schwierigen Herausforderungen und  Problemen konfrontiert und mussten mit sehr prekären Bedingungen klarkommen. Sicher, wir waren nicht die ersten, die sich für den bewaffneten Kampf entschieden hatten. Aber: Der FPMR hat sich von Anfang zu den vorangegangenen Erfahrungen mit militantem Widerstand in Beziehung gesetzt und insbesondere an denWiderstand des Mapuche-Volkes angeknüpft. Schritt für Schritt lernten und entwickelten wir verschiedene Kampfsstrategien, um dem mächtigen Feind ein paar empfindliche Schläge zu verpassen. Dafür wurden unsere Genossinnen und Genossen gefangen genommen und gefoltert, oder sie verschwanden auf Nimmerwiedersehen, und viele unserer Brüder und Schwestern wurden in diesem langen Kampf getötet. Wir waren überzeugt, dass wir das Recht auf unserer Seite haben und dass ein Volk sich selbst verteidigen muss. Das hat uns dazu gebracht, uns dem bewaffneten Kampf anzuschließen.“

„Am 18. Oktober wusste ich, dass nichts umsonst gewesen war.“

Danilo: „Seither ist die Geschichte weitergegangen. Vieles hat sich verändert, zum Positiven wie zum Negativen. Straflosigkeit ist immer noch ein Riesenthema, und es scheint, als sei Versöhnung wichtiger als Gerechtigkeit. Immer noch gibt es politische Gefangene, und wir fragen uns, wie der Kampf heute weitergehen soll. Seit der Rückkehr zu dieser sogenannten Demokratie ist viel Zeit vergangen. Durch den Verfassungsprozess haben wir endlich die Chance, etwas zu verändern. Was denkt ihr über den Prozess, welche Bedeutung hat er für unsere Zukunft, und welches Licht wirft er auf unsere Gegenwart?“ Dazu Fabiola:  „Nach den 1990er Jahren hatte der Frente für mich aufgehört zu existieren, die Bedingungen waren nicht mehr gegeben, und als Organisation haben wir es nicht geschafft, die Ziele des Frente zu erfüllen. Von diesem Zeitpunkt an, etwa ab Mitte der 1990er Jahre, hatte ich das Gefühl, dass alles umsonst gewesen war: die Toten, die Inhaftierten, die Verschwundenen. All‘ das Blutvergießen war sinnlos gewesen. Dieses Land war zu träge, zu apathisch. Es herrschte eine fast schon frivole Vorstellung davon, wie das Leben sein sollte und was wichtig ist. Die Glorifizierung materieller Werte hatte sich durchgesetzt, während inneres Wachstum der Bedeutungslosigkeit anheimfiel. Doch dann, am 18. Oktober, wusste ich, dass nichts umsonst gewesen war, und es fühlte sich sehr sehr gut an, dass auch wir, die Frente-Kämpfer*innen der achtziger Jahre, unseren Teil dazu beitragen konnten, dass das alles nicht umsonst gewesen ist: die Toten, das Blut, das damals geflossen ist, nicht nur von unseren Leuten, sondern auch von anderen politischen Parteien, von Menschen, die gar nicht militant unterwegs gewesen waren, von vielen Menschen, die sich dem Kampf gegen die Diktatur angeschlossen hatten. Das ist für mich das Allerwichtigste.

Das Verfassungskonvent: die schönste Frucht aus den Ereignissen der letzten Jahre

Alles, was heute passiert, verdanken wir den Menschen, die damals ihren Beitrag geleistet haben. Ich würde sagen, der 18. Oktober war nicht das Ende, sondern der Höhepunkt in einem Prozess, der unvermeidlich war und trotzdem völlig unvorhergesehen entbrannte, weil alle dachten, dass wir in einem Land des Überflusses leben, weil alle hierher kommen wollten, Migrant*innen kamen voller Hoffnung in dieses Land voller Probleme. All’das hat zur Gestaltung der Gegenwart beigetragen. Es gibt keine Gegenwart, wenn wir die Vergangenheit nicht verstehen. Wir können nicht glauben, dass das alles spontan entstanden sein soll. Man muss die Hunderte von Jahren einbeziehen, die davor lagen, nicht nur die Geschichte der Diktatur, sondern auch die Geschichte der indigenen Völker, und auch sie leisten ihren Beitrag. Heute ernten wir die Früchte, und das Verfassungskonvent ist für mich ist die schönste Frucht, die aus den Ereignissen der letzten 40, 50 Jahre entstanden ist. Ich persönlich bin voller Hoffnung, was die nächste Verfassung angeht. Sie wird natürlich nicht zu 100 Prozent so sein, wie ich es gerne hätte, aber man muss ja irgendwo anfangen…“.

Die Demokratie wurde nicht mit Papier und Bleistift durchgesetzt

Pola fährt fort: „Der Kampf des FPMR basierte auf der klaren Überzeugung, dass alle Völker das legitime Recht haben, sich zu wehren, und wir lebten in einer Diktatur, das hieß, wir mussten uns verteidigen. Heute wird immer so getan, als sei die Demokratie mit Papier und Bleistift durchgesetzt worden, was überhaupt nicht stimmt. Faktisch kämpften verschiedene Organisationen in unterschiedlichen Bereichen, und gemeinsam haben wir darauf hingearbeitet, das Ende der Diktatur herbeizuführen. Gelungen ist es uns nicht, weil wir nämlich keine ihrer sieben zentralen Säulen zu Fall bringen konnten. Das Wirtschaftssystem, das politische, das kulturelle System, alles blieb während der folgenden Regierungen intakt. Die Folgeregierungen haben 30 Jahre lang an der Verfestigung und Perfektionierung des neoliberalen Modells mitgewirkt. Das hat natürlich Widerstand hervorgerufen, Straßenkämpfe, Selbstverteidigungsstrukturen. Heute befinden  sich etwa 58 Mapuche-Lamnien in verschiedenen Gefängnissen im Süden in Haft, ab 2005 wurden auch verstärkt unsere anarchistischen Genossinnen und Genossen inhaftiert. Die Bilanz ein Jahr nach der Revolte ergab mehr als fünftausend Verhaftungen allein im ersten Jahr. Solange es Widerstand gibt, so lange wird es auch politische Verhaftungen geben. Der terroristische Staat, der bis heute fortbesteht, wird Widerstand nicht unbeantwortet lassen.

Unsere Genossen waren damals nicht frei von patriarchalen Denkmustern

Der Aufstand hat den Menschen die Augen geöffnet und das Volk aufgeweckt, das von einer staatlich kontrollierten ideologischen Medienmaschinerie bis dahin in einem Dämmerzustand gehalten worden war. Wir haben aber gesehen, dass es zum Teil immer noch die gleichen Forderungen sind wie bei unserem Kampf früher. Genau wie damals war auch der Kampf heute durch die aktive Beteiligung von Frauen gekennzeichnet, und ich denke, diese Parallelen sind nicht von ungefähr, sondern haben mit dem Kampf während der Diktatur zu tun. Dass wir den bewaffneten Gruppen beitreten und Teil des Widerstands werden konnten, verlief nicht ohne interne Widerstände, denn nicht mal unsere Genossen waren frei von patriarchalen Denkmustern, ich sage das mit großer Zuneigung, und natürlich gab es da Schwierigkeiten. Wir mussten ihnen beweisen, dass wir in der Lage waren, da mitzumachen, und tatsächlich waren die meisten Frauen innerhalb der bewaffneten Struktur in den typischen Frauenbereichen aktiv: Gesundheit, Logistik, Auskundschaften. Wir waren sehr wenige Kämpferinnen, sehr wenige Frauen, die bei den Operationen dabei waren, und zwar nicht, weil wir nicht konnten, sondern wegen dieser kulturellen Prägung durch das Patriarchat. Natürlich haben sich unsere Genossen im Lauf der Jahre damit beschäftigt und sich auch weiterentwickelt, so dass wir mehr zusammenwachsen konnten. Deshalb sind Frauen heute auch viel selbstverständlicher Teil der Primeras Lineas auf der Straße und besetzen alle diese Räume. Das sollte man immer mitbedenken: dass vor uns schon Kämpfe stattgefunden haben, durch die uns Räume eröffnet wurden, und dass unsere Kämpfe in einer Kontinuität stehen, bei der es um das gleiche Ziel geht, nämlich darum, eine Welt zu schaffen, in der sich Männer und Frauen in allen Räumen gleich bewegen können.

„Die Diktatur ist bis heute nicht zu Ende“

Es bleiben immer noch einige große Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Wie wir eingangs schon gesagt haben, befindet sich unser Genosse Mauricio Hernández Norambuena als politischer Gefangener der Diktatur in Haft. Er ist der lebende Beweis dafür, dass die Diktatur bis heute nicht zu Ende ist. Mauricio lebt nun schon fast 20 Jahre in höchster Isolation, und wenn die neuen Behörden wirklich den politischen Willen haben, den Forderungen, die heute auf die Straße getragen werden, Beachtung zu schenken, dann sollten als erstes sofort alle politischen Gefangenen bedingungslos freigelassen werden, ohne juristische Winkelzüge aus dem Kongress. Wir fordern die sofortige Freilassung unserer Schwestern und Brüder, denn sie sitzen im Knast, weil sie Widerstand geleistet und gekämpft haben, um das Volk zu befreien.

„Eine nationale Einheit existiert hier nicht“

Ich denke, dass die großen Veränderungen, die in diesen Bereichen notwendig sind, nur durch Kampf, durch Widerstand und Organisation erreicht werden können. Und was meines Erachtens diesen 18. Oktober so wichtig macht, ist, dass sich hier gezeigt hat: Eine nationale Einheit gibt es nicht. In diesem Land leben verschiedene Völker mit eigenen Forderungen, wie die Mapuche, die für ihre Autonomie kämpfen, außerdem sind sie antikapitalistisch organisiert und landen als politische Gefangene in den Knästen. Da reicht ein Regierungswechsel nicht aus, wir müssen etwas am System ändern. So wie ich das sehe, ist unser Kampf noch lange nicht zuende, und gerade deshalb ist es wichtig, unsere Geschichte zu kennen und das Vermächtnis der verschiedenen Organisierungen, der Kämpfe und des Widerstands gegen die Diktatur zu bewahren. Und damit wir diese Erfahrungen an die neuen Generationen weitergeben können, müssen wir mit der Bewahrung unserer Geschichte möglichst genau sein, denn das historische Vakuum war nicht zufällig, es war auch das Produkt eines kulturellen Systems, das die Lücken und die Abkopplung von der Vergangenheit geschaffen hat.

Piñera ist kein Einzeltäter

Es ist wichtig, an der Bewahrung der Erinnerung dranzubleiben und auch das Thema Straflosigkeit weiter zu verfolgen, denn die Straflosigkeit wurde nach dem 18. Oktober wieder eingeführt. Das Parlament erließ die entsprechenden Gesetze und machte sich damit zum Komplizen. Der einzige, der international als Verantwortlicher wahrgenommen wurde, war Piñera, aber es muss ganz deutllich gesagt werden, dass Piñera die repressiven Maßnahmen nicht allein umgesetzt hat, sondern er hatte das Parlament hinter sich, das repressive Gesetze wie das Vermummungsverbot hervorgebracht hat, das sich derzeit in der Endphase der Bearbeitung befindet, sowie das Anti-Plünderungs-Gesetz und das Gesetz zum Verbot von Barrikaden, die schnell durchgewunken wurden, genauso wie ein größeres Budget für die Polizei. Die vielen ermordeten Genossinnen und Genossen, die vielen Verstümmelten, und Gefolterten sind eine Folge des erhöhten Budgets!

Das wichtigste Erbe ist vielleicht die Erkenntnis, dass wir organisiert und widerständig sein müssen, denn man kriegt hier nichts geschenkt. Alles, was man will, muss man sich erkämpfen.“

Übersetzung: Lui Lüdicke

CC BY-SA 4.0 „Revolucionarias“. Frauen im bewaffneten Kampf gegen die Diktatur von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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