Neue Hinweise zum Mord an indigenem Anführer

Überlebte unverletzt einen Mordanschlag: Sergio Rojas Ortiz / Foto: www.coecoceiba.org, CC BY-NC-ND 3.0
Der indigene Aktivist Sergio Rojas wurde am 18. März 2019 in seinem Haus in Costa Rica erschossen. Foto: Archiv

(San José, 22. Januar 2021, prensa latina).- Die gerichtliche Ermittlungsbehörde OIJ (Organismo de Investigación Judicial) von Costa Rica verfügt über Textnachrichten von einem der mutmaßlichen Drahtzieher des Mordes an dem führenden Aktivisten der Bribri-Indigenen, Sergio Rojas.

Die Analyse der Kommunikation zwischen einem Landbesitzer und einem seiner Landarbeiter zeigt, dass ersterer wusste, was in der Nacht des 18. März 2019 – als Rojas ermordet wurde – in Salitre, in der südcosta-ricanischen Provinz Puntarenas, passieren würde.

Rojas, der unter anderem der Koordination der Nationalen Front Indigener Völker FRENAPI angehörte, wurde durch mehrere Schüsse in seinem Haus in Salitre, einem der vier indigenen Territorien der Bribri in Costa Rica, getötet.

Landbesitzer soll hinter dem Mord stecken

Wie das online-Portal CRHOY.com berichtet, sollen diese Textnachrichten, die einer der mutmaßlichen Drahtzieher des Mordes an Rojas in der Mordnacht an einen seiner angeblichen Handlanger geschickt hat, eines der stärksten Beweisstücke sein, die das OIJ während der Ermittlungen erlangen konnte.

Darin deuten die mutmaßlichen Täter an, dass sie angeblich den indigenen Anführer aufsuchen würden, um ihn zu „jagen“, und dass es im Erfolgsfall eine Operation in der ganzen Gegend geben würde. Nach dem Mord an Rojas seien die Gespräche zwischen den Verdächtigen weitergegangen, berichtet CRHOY.com.

Den Angaben zufolge haben Zeug*innen dem OIJ erzählt, dass zwei Nicaraguaner von von den mutmaßlichen Drahtziehern angeheuert worden seien, um Rojas zu töten. Dafür sollen sie eine Million Colones (damals etwa 2.000 Dollar) erhalten haben.

Mordermittlungen sollten eingestellt werden

Im vergangenen September beantragte die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens aus Mangel an Beweisen über die mutmaßlichen Mörder von Rojas. Doch auf Drängen der Indigenen, des Büros des Ombudsmanns und internationaler Organisationen entschied das zuständige Strafgericht am 14. September 2020, die Mordermittlungen fortzusetzen. Am 3. Dezember wies das das Gericht den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Einstellung zurück.

Einen Tag nach dem Verbrechen hatten die FRENAPI und das Nationale Komitee zur Unterstützung der indigenen Autonomie in einer gemeinsamen Erklärung die costa-ricanische Regierung für den Mord an dem Bribrí-Anführer verantwortlich.

Die Gemeinden Salitre und Térraba stehen seit 2015 unter Schutzmaßnahmen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission aufgrund der Gewalt und Aggressionen gegen die indigene Bevölkerung.

CC BY-SA 4.0 Neue Hinweise zum Mord an indigenem Anführer von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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