Über 10.000 Ex-FARC-Mitglieder mussten Wiedereingliederungszonen verlassen

Foto: contagio radio

(Bogotá, 13. Januar 2022, contagio radio).- Laut einem aktuellen Bericht  der in Kolumbien für die Sicherstellung und Begleitung des Friedenprozesses verantwortlichen Stelle der Vereinten Nationen leben mehr als 10.500 der 14.000 ehemaligen FARC-Mitglieder mittlerweile außerhalb der für sie im Friedensvertrag vorgesehenen Wiedereingliederungszonen (ETCR).

Der Bericht lässt zwar Details über die Gründe für das Verlassen der Wiedereingliederungszonen aus. Klar ist jedoch, dass diese in der fehlenden Sicherheit sowie in der mangelhaften Umsetzung einer nachhaltigen und sichereren Wiedereingliederung ehemaliger Angehöriger der FARC, wie sie im Friedensabkommen festgehalten wurde, zu finden sind.

Im Friedensabkommen vorgesehene Projekte werden kaum umgesetzt

Zusätzlich wurde bekannt, dass nur 50 der zahlreichen angestrebten Integrationsprojekte und -hilfestellungen bisher überhaupt angestoßen werden konnten. Beide Entwicklungen verdeutlichen die unzureichende Umsetzung der im Vertrag vorgesehenen Unterstützung. Besonders besorgniserregend sind und bleiben Bedrohungen und tödliche Übergriffe auf Menschen, die sich im laufenden Prozess der Wiedereingliederung befinden.

Obwohl die Zahl der Morde an ehemaligen FARC-Mitgliedern nachgelassen haben soll, werden die ehemaligen Guerillagruppen, die eigentlich unter dem Schutz des Friedensprozess stehen sollten, mit zunehmender Häufigkeit Opfer von konkreten Bedrohungen. Im Jahr 2020 waren 74 Morde an ehemaligen FARC-Angehörigen gemeldet worden. Im Jahr 2021 waren es laut Angaben der UN-Mission 54 Opfer, was einen Rückgang von 27 Prozent bedeuten würde.

Morde, Drohungen, Zwangsumsiedlungen

In den Departaments Chocó, Cauca und Meta sind die gewalttätigen Übergriffe auf ehemalige Guerilla-Angehörige – deren Wiedereingliederung einen großen Teil des Friedensprozess ausmacht – und auch die damit einhergehende Sorge über weitere Überfälle besonders verbreitet. Im Chocó zwingt die unsichere Situation ganze Gemeinden dazu, in andere Orte umzusiedeln. Im Cauca haben Morde und Bedrohungen in Argelia zur Aufgabe der angestammten Orte und Projekte ehemaliger Guerillakämpfer*innen geführt. In Meta wurden die ehemaligen Wiedereingliederungszonen nach Caquetá verlegt, um die Sicherheit gewährleisten zu können.

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