Massengrab mit 2.000 Toten gefunden

(Buenos Aires, 14. Februar 2010, púlsar).- Die Behörden des Landkreises La Macarena, 200 km südlich der Hauptstadt Bogotá gelegen, haben ein Massengrab gemeldet, welches um die 2.000 nicht identifizierter menschlicher Körper aufweist, die vom staatlichen Militär dort seit 2005 verscharrt wurden.

Das Grab befindet sich hinter einem Friedhof, zwischen einer Militärbasis und dem Flughafen. Dort angeordnet stehen einige hundert Tafeln mit einer Identifikationsnummer und der jeweiligen Zuordnungsbezeichnung „NN“.

La Macarena gehört zu den Zonen, in denen das Militär Operationen gegen die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) durchführt. Dort befindet sich auch die Division Tarea Omega (Aufgabe Omega), welche mit 21.000 Mann den Militärchef der FARC ,Jorge Briceño alias „Mono Jojoy“ verfolgt.

Der Bürgermeister von La Macarena, Eliecer Vargas Moreno, beklagte, dass sein Landkreis „zum Aufbewahrungsort der Kriegstoten geworden ist“. Laut Ombudsstelle ist durch die Konzentration von Kadavern pro Quadratmeter das Trinkwasser von La Macarena verseucht.

Nach Angaben der örtlichen Bevölkerung wurden innerhalb der letzten vier Jahre Bauern, Gewerkschafter*innen und Führungsfiguren sozialer Gruppen verschleppt. Das sagte Jairo Ramírez, Rechtsanwalt und Sekretär des ständigen Komitees zur Verteidigung der Menschenrechte, der die Zone im Dezember vergangenen Jahres mit englischen Europa-Abgeordneten bereiste.

Dennoch habe das Militär, so Ramírez, keinerlei Erkenntnisse über verschwundene Personen. Stattdessen wurde angegeben, dass es sich bei den Toten um im Kampf gefallene Guerrilleros handle.

„Viele dieser Leichname sind im Laufe des Jahres 2009 dem Massengrab beigesetzt worden“, informierte er weiter und erwog die Möglichkeit, dass es sich um „falsos positivos“ handeln könnte – Leichname von Unschuldigen, welche vom Militär als Guerrilleros ausgegeben werden, um die Leistungskriterien zu erfüllen, die von der Politik der demokratischen Sicherheit des Präsidenten Uribe vorgegeben werden.

Die Staatsanwaltschaft wurde bereits informiert, hat die Exhumierung der Körper allerdings erst einmal verschoben – auf die Zeit nach den in Kolumbien anstehenden Kongresswahlen zwischen den 9. und 21. März.

In Kolumbien gibt es 3.500 Massengräber, aber keine weist diese Menge an Toten auf. Dies wäre das größte Massengrab Lateinamerikas.

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