Gewalt in Aldama – Frayba fordert Staat zum Schutz der Gemeinden auf

Foto: Frayba

(San Cristóbal de Las Casas, 26. März 2022, La Jornada).-  Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas (Frayba) hat den mexikanischen Staat in einer Presseerklärung energisch dazu aufgefordert „seinen Verpflichtungen gerecht zu werden und unmittelbar einzuschreiten, um das Leben, die Sicherheit und Integrität der in den Gemeinden in Aldama lebenden Tzotzil zu schützen“. Der Gemeindebezirk Aldama liegt im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Seit Monaten häufen sich dort bewaffnete Angriffe auf indigene Gemeinden. Bis März dieses Jahres habe es bereits 291 solcher gewalttätige Angriffe gegeben, so Frayba.

Der Presseerklärung zufolge habe sich der jüngste Angriff am Freitag, den 25. März, um 15.25 Uhr ereignet. Ein 9-jähriges Mädchen habe dabei eine Kopfverletzung durch den Einsatz einer Schusswaffe erlitten. Das Kind stammt aus der Gemeinde Tabac und „ringt derzeit mit dem Tode“, da die Verletzungen sehr schwerwiegend seien. In der Eilmitteilung heißt es: „Die Schüsse kamen von unterschiedlichen Punkten der Gemeinde Santa Martha in Chenalhó“.

Mexikanischer Staat missachtet Beschluss der Interamerikanischen Menschenrechtskommission

Weiterhin heißt es, am 3. März „haben die drei Ebenen des mexikanischen Staates angekündigt, den Gemeinden in Aldama Land zu übergeben – eine angebliche Maßnahme für den Frieden.“ Doch „der mexikanische Staat hat die Blickpunkte vergessen, die am 23. April 2021 bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) Thema waren.“

In der entsprechenden Resolution habe die Menschenrechtskommission „den Kreislauf der Gewalt, den die Gemeinden in Aldama durch die ständigen gewaltvollen Angriffe erleben, anerkannt“. Ebenso wurde dort die Bedeutung der Abgrenzung indigener Territorien betont, damit die dortigen Bewohner*innen sicher seien. Weitere Forderungen an den mexikanischen Staat liegen in der Entwaffnung und Bekämpfung bewaffneter Personen durch „Ermittlungen, Sanktionierung, Reparationszahlungen und Gerechtigkeit“.

Die Menschenrechtsorganisation Frayba hat den mexikanischen Staat nun aufgefordert, in Aldama „vorsorgliche Maßnahmen zu erheben, um Situationen zu vermeiden, die später schwer wiedergutzumachen sind“. Gleichzeitig rief Frayba zu Solidarität und landesweiter sowie internationaler Aufmerksamkeit auf. Die internationale Gemeinschaft solle „ihre Ablehnung gegenüber der Untätigkeit des mexikanischen Staates und der wachsenden Gewalt in Aldama öffentlich ausdrücken“.

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