Erneut ein Toter und 20 Verletzte in Cali

„Wir wollen leben, nicht überleben“ – Szene der Proteste in Kolumbien am 12. Mai. Foto: Colombia Informa

(Caracas, 18. Juni 2021, telesur/contagio radio).- Mindestens ein Toter, 20 Verletzte und acht Verhaftete – das ist die vorläufige Bilanz der Repression der Polizei gegen Demonstrant*innen in der kolumbianischen Stadt Cali am Donnerstag, 17. Juni. Polizist*innen der Aufstandsbekämpfungseinheit Esmad, der Nationalpolizei und in zivil sollen Blockadepunkte der Demonstrierenden angegriffen haben.

In sozialen Netzwerken wurde die Information verbreitet, dass ein junger Mann im Sektor Paso del Comercio starb, nachdem er von der Polizei in den Kopf geschossen wurde. Bei dem Opfer soll es sich um Juan David Montenegro handeln. Mit dem Tod des jungen Mannes sind damit seit Beginn der Demonstrationen am 28. April bereits mindestens 70 Menschen durch das gewaltsame Vorgehen des Esmad getötet worden, laut den Zahlen des Friedensforschungsinstituts Indepaz.

In der Nacht zum Donnerstag kam es während des Spiels der Copa America zwischen Kolumbien und Venezuela im Süden der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá erneut zu einem gewaltsamen Vorgehen des Esmad gegen Demonstrant*innen. Auch in der Stadt Neiva, der Hauptstadt des Departments Huila, gingen Sicherheitskräfte gegen Demonstrant*innen vor.

Nationales Streikkomitee hat Mobilisierungen abgebrochen

Die Demonstrationen am 17. Juni in mehreren kolumbianischen Städten wurden von Gruppen organisiert, die sich nicht vom Nationalen Streikkomitee vertreten fühlen. Dieses hatte am 15. Juni eine „vorübergehende Unterbrechung der Mobilisierungen“ angekündigt. Am 28. April hatte in Kolumbien eine Protestwelle begonnen, der sich verschiedene soziale Sektoren und gewerkschaftliche, studentische und politische Organisationen anschlossen. Einer der Hauptkritikpunkte ist die „exzessive Gewaltanwendung“ durch die sogenannten Sicherheitskräfte.

Der Sondergesandte der Europäischen Union für den Frieden in Kolumbien, Eamon Gilmore, äußerte am 17. Juni gegenüber Präsident Ivan Duque seine Besorgnis über den Tod von Demonstrant*innen während der Proteste. „Ich habe mit dem Präsidenten über die Besorgnis gesprochen, die wir in Europa über den Tod von Demonstranten haben, und der Präsident hat mir gegenüber betont, dafür sorgen zu wollen, dass es eine Verantwortlichkeit gibt“, sagte Gilmore in einer gemeinsamen Erklärung mit Duque nach dem Treffen.

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