Ermordeter Aktivist in Bajo Aguán exhumiert

von Giorgio Trucchi

honduras exhumación. Foto: Giorgio Trucchi, rel-UITA(Honduras, 26. April 2013, Rel-UITA).- Hunderte organisierte Bauernfamilien waren am 25. April auf der Farm Paso Aguán anwesend, um den Angehörigen von José Antonio López Lara beizustehen. López Lara war vor einem Jahr verschwunden. Seine Überreste wurden nun exhumiert, unter großer Anteilnahme der Menge und einer starken Präsenz des Militärs.

Die Farm Paso Aguán liegt nahe der Stadt Tocoa im Department Trujillo. López Lara ist einer von fünf Bauern, die im Rahmen des gewalttätigen Landkonflikts verschunden gelassen worden sind. Das Tal von Aguán ist nun schon seit drei Jahren Schauplatz dieses Konflikts.

 

Am 3. April hatten Bauernorganisationen den Fund von vergrabenen Menschenknochen auf der Farm bekannt gegeben. Daraufhin war die Exhumierung von den Angehörigen der Verschwundenen, dem Komitee der Familienangehörigen Verhaftet-Verschwundener in Honduras COFADEH (Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos de Honduras), der Vereinigten Bauernbewegung von Aguán MUCA (Movimiento Unificado Campesino del Aguán) und der Sonderstaatsanwaltschaft für Menschenrechte veranlasst worden.

Zwei Leichen auf der von Facussé beanspuchten Farm

honduras exhumación. Foto: Giorgio Trucchi, rel-UITADie Farm Paso Aguán wird vom Großgrundbesitzer und Palmölproduzenten Miguel Facussé Barjum beansprucht. Hier war bereits im vergangenen Jahr die vergrabene Leiche des führenden Aktivisten Gregorio Chávez gefunden worden. Chávez war einige Tage zuvor entführt worden.

Auf einer gut besuchten Pressekonferenz erklärte die Sprecherin der COFADEH, Bertha Oliva: „Es gibt nun nicht den geringsten Zweifel mehr, dass in Bajo Aguán nicht nur ermordet, vergewaltigt und gefoltert wird, sondern auch das brutale Verbrechen des Verschwindenlassens praktiziert wird.“ Die Menschenrechtsaktivistin betonte, dass dieses Verbrechen nicht verjährt und dass COFADEH Gerechtigkeit suchen werde, wo auch immer es nötig sei. „Wir werden sie verfolgen, aber nicht mit den tödlichen Waffen, die sie benutzen, sondern mit den Waffen des Gesetzes“, so Oliva weiter.

Internationale Gemeinschaft soll nicht wegsehen

Die Exhumierung sollte auch ein Zeichen der Solidarität für die Angehörigen der Opfer sein. Es solle Bewusstsein geschaffen werden, dass es noch immer Verschundene gebe, die gefunden werden müssten. Bertha Oliva forderte, die internationale Gemeinschaft auf Bajo Aguán aufmerksam zu machen, „damit das Massaker an Unschuldigen ein Ende nimmt.“

 

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