Ehemalige De-facto-Präsidentin Áñez verhaftet

Das Versteck der ehemaligen De-facto-Präsidentin Boliviens, Jeanine Áñez. Foto: Bolpress

(Montevideo, 13. März 2021, la diaria/poonal).- Am Morgen des 13. März hat die bolivianische Polizei die ehemalige De-facto-Präsidentin des Landes, Jeanine Áñez, im Haus von Angehörigen verhaftet. Innenminister Eduardo del Castillo teilte mit, Áñez befinde sich nun im Polizeigewahrsam in der Hauptstadt La Paz. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders BTV habe sich die erzkonservative Politikerin vor ihrer Festnahme in einer Kiste versteckt. Zwei ihrer Minister und ein ehemaliger Armeekommandant befinden sich ebenfalls in Haft.

Vorwürfe: „Terrorismus, Aufstand und Verschwörung“

Einige Stunden zuvor hatte die bolivianische Justiz 14 Haftbefehle gegen Áñez, fünf ehemalige Minister*innen ihrer Übergangsregierung sowie weitere Ex-Funktionär*innen ausgestellt. Ihnen wird „Terrorismus, Aufstand und Verschwörung“ im Zusammenhang mit dem Staatsstreich von 2019 vorgeworfen, durch den Expräsident Evo Morales aus dem Amt getrieben wurde.

Mit der Rückkehr der „Bewegung zum Sozialismus“ MAS unter Luis Arce im November wurden mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet, sowohl wegen des Staatsstreichs als auch wegen der Repression gegen die Proteste, bei denen mindestens 37 Menschen starben.

Die in den Medien zitierte Anklageschrift sieht Beweise für die Beteiligung der 14 Personen an dem Putsch sowie Fluchtgefahr. Aus diesem Grund wurde in der Nacht zum Samstag das Haus von Áñez in Trinidad, Provinz Beni, von der Polizei umstellt.

Áñez sieht „politische Verfolgung“

Áñez selbst bezeichnete den Haftbefehl per Twitter als Beginn einer „politischen Verfolgung“ gegen sie. Während die Opposition eine Kampagne zur Unterstützung der nun Verhafteten startete, wurde die Festnahme von sozialen Bewegungen begrüßt. Sie hoffen, dass den Opfern des Putsches nun Gerechtigkeit widerfährt.

Bereits am 10. März war ein Haftbefehl gegen den ehemaligen Armeechef Willams Kaliman sowie drei weitere Armee- und Polizeiführer ausgestellt worden. Kaliman hatte Evo Morales am 10. November 2019 zum Rücktritt gezwungen.

Am 14. März wurde zudem Yassir Molina, der Chef der rechten paramilitärischen Gruppe „Jugendwiderstand Cochala“ RJC (Resistencia Juvenil Cochala) in der Provinz Cochabamba verhaftet. Das teilte Innenminister del Castillo gegenüber der Presse mit. Der Gruppe werden Angriffe auf staatliche Einrichtungen sowie ein brutaler Übergriff auf die damalige Bürgermeisterin der Gemeinde Vinto vorgeworfen.

CC BY-SA 4.0 Ehemalige De-facto-Präsidentin Áñez verhaftet von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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