Bergbaugegner werden bedroht und ermordet

von Karol Assunção

(Fortaleza, 18. August 2009, adital).- Die Situation von Umweltaktivist*innen und Menschenrechtler*innen in El Salvador gehört nicht zu den Besten. Im Department Cabañas ist die Lage aufgrund des Erzbergbaus jedoch noch schlimmer. Umweltschützer*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen gegen den Erzabbau leiden permanent unter Drohungen, Attentaten, Verschleppungen, Folter, Einschüchterungen sowie Ermordungen.

Das beweisen die Ereignisse der letzten Monaten in Cabañas. Im Juni wurde der Umweltschützer, politische Aktivist und Kulturförderer Gustavo Rivera gefoltert und ermordet. Nach Informationen des Nationalen Runden Tisches gegen die Erzbergbau (Mesa Nacional frente a la Minería Metálica) erhielt Rivera Drohungen seit 2005, als er den Minenprojekten des transnationalen Unternehmens Pacific Rim den Kampf ansagte.

Im Juli haben sechs weitere Minengegner in Cabañas Drohungen erhalten. Unter ihnen befanden sich drei Korrespondenten des Radios Victoria, welche die vom Bergbau verursachten Schäden, Wahlbetrüge und das Verschwinden von Gustavo Rivera anprangerten. Auch der Priester Luis Quintanilla, der den Erzabbau und die Haltung der Bürgermeister der Region kritisiert hatte, entkam nur knapp einer Entführung und möglichen Ermordung. Anfang August traf es schließlich Ramiro Rivera, Gemeindeführer und Verteidiger des Berges Limón, wo das Bergbauunternehmen Pacific Rim versuchte, Edelmetalle abzubauen.

Diese und weitere Fälle im Department Cabañas wurden mehrere Male publik gemacht, so der Nationale Runde Tisch, aber bis heute haben sie „weder in der Regierung noch innerhalb der salvadorianischen Gesellschaft Interesse erregt“. Für den Dachverband zur Beobachtung von Minenkonflikten in Lateinamerika OCMAL (Observatorio de Conflictos Mineros de América Latina) zeigen diese Vorkommnisse die Bedrohlichkeit der Situation, mit der sich die Gegner von Umweltzerstörung durch die Minentätigkeit in Cabañas konfrontiert sehen.

Daher fordert OCMAL in ihrer am 31. Juli veröffentlichen Erklärung von den zuständigen Behörden, diese Fälle zu untersuchen, um zu verhindern, dass derartige Menschenrechtsverletzungen in dem Department ungestraft bleiben.

„Wir fordern daher, dass die Behörden alles unternehmen, um diese kriminellen Taten zu stoppen und für die Unversehrtheit der Personen zu sorgen, welche ihre Rechte wahrnehmen und sich der Umweltzerstörung sowie der Missachtung der sozialen Organisationen in Cabañas entgegenstellen.“

Weiterhin verlangt OCMAL Schutzmaßnahmen für die bedrohten und gefährdeten Personen. Die Erklärung drängt darüber hinaus die Behörden im Department, „Maßnahmen zu ergreifen, die Schluss machen mit Aktivitäten, die Ökosysteme zerstören und solche kriminellen Machenschaften hervorrufen.“

(Weitere Informationen gibt es bei Pulsar, die Red.)

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