Erneut zwei Journalistinnen erschossen

Die beiden ermordeten Journalistinnen Yesenia Mollinedo Falconi und Sheila Johana García Olivera. Foto: Contagio Radio/Twitter

(Bogota, 11. Mai 2022, contagio radio).- Am 9. Mai wurden die mexikanischen Journalistinnen Yesenia Mollinedo und Sheila Johana García Olivera im mexikanischen Bundesstaat Veracruz erschossen. Damit wurden 2022 bereits elf Medienschaffende in Mexiko ermordet.

Mollinedo war die Chefin des Portals „El Veraz a Veracruz“, García war eine ihrer Redakteur*innen. Ersten Berichten zufolge wurden beide Frauen auf einem Parkplatz in der Gemeinde Cosoleacaque mit mehreren Schüssen ermordet. Die Umstände sind noch ungeklärt.

Verónica Hernández Giadáns, die Generalstaatsanwältin von Veracruz, versicherte, es werde in diesem Fall keine Straflosigkeit geben; man werde in alle Richtungen ermitteln und auch untersuchen, inwieweit es einen Zusammenhang zwischen den Tötungen und ihrer journalistischen Arbeit gebe.

Morde kurz nach Kundgebung gegen Gewalt gegen Journalist*innen

Die Morde geschahen nur wenige Stunden nach einer Kundgebung, auf der die anhaltende Gewalt gegen Journalist*innen angeprangert wurde. Erst wenige Tage zuvor war der Reporter Luis Enrique Ramírez Ramos in Culiacán, der Hauptstadt des nordmexikanischen Bundesstaates Sinaloa, ermordet worden.

Der mexikanische UN-Hochkomissar für Menschenrechte verurteilte die Morde und wiederholte seine Forderung, diese Verbrechen zügig zu untersuchen: „Die Ermordung von drei Journalist*innen in nur einer Woche ist zutiefst besorgniserregend. Sie zeigt das schwerwiegende Umfeld von Unsicherheit und Gewalt, in dem die Medienschaffenden in Mexiko ihre wichtige Arbeit durchführen müssen. Der tödliche Angriff auf diese beiden Journalistinnen erinnert uns daran, wie wichtig es ist, sowohl die Ermittlungen als auch die Schutzmaßnahmen aus einer Gender-Perspektive heraus durchzuführen. Denn man muss die strukturelle Geschlechtergewalt und die geringere Sichtbarkeit der Risiken, denen Journalistinnen ausgesetzt sind, weil sie Frauen sind, im Blick behalten“, erklärte der UN-Repräsentant für Mexiko, Guillermo Fernández Maldonado.

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