Podcast 3: Das lebende Erbe der Moche: Darstellungen und Interpretationen der Gegenwart

Rasselgefäß der Moche-Kultur. Pavillon 21, Humboldt-Forum, September 2022. Foto: Aliza Yanes.

Zwischen dem 2. und 7. Jahrhundert n. Chr. existierte an der Nordküste des heutigen Peru eine sehr bedeutende Zivilisation, die als „Moche-Kultur“ oder „Mochica-Kultur“   bekannt ist. 

Seit September dieses Jahres ist im Berliner Humboldt-Forum ein Rasselgefäß aus der Moche-Kultur ausgestellt, das mit Menschenopfern in Verbindung gebracht wird. In dieser Folge sprach Radio Matraca mit Oscar Espinoza, einem peruanischen Archäologen und Aktivisten für die Rechte indigener Menschen und die Erhaltung ihres kulturellen Erbes. Er hat einen Abschluss in Archäologie von der Universidad Nacional Mayor de San Marcos (Lima) und Erfahrung mit partizipativen Prozessen des Kulturmanagements mit indigenen Gemeinschaften in der Andenregion. Seine Forschungsinteressen reichen von Sexualität und Spiritualität in der vorkolonialen Andenzeit bis hin zu kritischen Studien zum kulturellen Erbe, beides aus einer dekolonialen Perspektive. Oscar veröffentlicht auch kontra-archäologische Artikel.

Mit Radio Matraca teilte Oscar seine Ansichten darüber, was unter „Moche-Kultur“ zu verstehen ist, welche Rolle Museen bei der Konstruktion eines Bildes vom Indigenen als “Fremden“ in Anführungsstrichen spielen und welche wichtige Geschichte dieses Rasselgefäß der Moche zu erzählen hat.

Radio Matraca sprach auch mit Luz Zenaida Hualpa García, die als Lehrerin für Spanisch und Ethik, Choreografin und Performerin in Berlin lebt. In den letzten Jahren hat sie in Europa an verschiedenen Projekten zu den Themen „Andenwelten – Ch’ixi“ und „Erdtänze“ gearbeitet. Eine ihrer jüngsten Kooperationen war das Projekt „Bio Diverse City“ mit Gabriel Galindez Cruz und Akemi Nagao im Rahmen des Programms Moving The Forum im Humboldt Forum, wo sie die Performance „MUCHIK: Complex Literatures“ präsentierte. In Luz Y Color – einem interdisziplinären Projekt aus Musik, Tanz, Literatur, Linguistik und audiovisueller Produktion – bietet Luz Zenaida seit 2011 Musik-Tanz-Gesang-Workshops und Wanderseminare zu den musikalischen und tänzerischen Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Lateinamerika und Europa an, immer mit dem Ziel, symmetrische Dialoge aufzubauen. Über den folgenden Link könnt ihr den Auftritt von Luz sehen: „MUCHIK: Komplexe Literaturen“ (Berlin, 2022)

Wir laden euch ein, diese Klangreise in die lebendige Kultur Nordperus anzuhören und über die kolonialen Praktiken nachzudenken, die in europäischen Museen bei der Präsentation „anderer“ Kulturen immer noch sehr hartnäckig sind. Es geht nämlich um die Auswirkungen der Plünderung und des europäischen Blicks zu reflektieren und zu hinterfragen.

 

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