Tausende Haitianer*innen nach Mexiko geflüchtet

Vor den Büros in Tapachula müssen die Geflüchteten Schlange stehen. Foto: Desinformémonos

(Mexiko-Stadt, 22. Juli 2021, desinformémonos).- Innerhalb von nur zehn Tagen sind über 2.500 Haitianer*innen vor Armut, Gewalt und Verfolgung geflohen, um in Mexiko Asyl zu suchen. Das teilte die Kommission für Geflüchtetenhilfe Comar (Comisión de Ayuda a Refugiados) in der südmexikanischen Grenzstadt Tapachula mit. Nach Angaben von Comar und dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR stammen die meisten in Tapachula gelandeten Asylsuchenden aus Haiti. Gleichzeitig wurden jedoch auch viele Geflüchtete aus Honduras und Kuba registriert.

Tag für Tag bilden die Geflüchteten lange Schlangen und drängen sich in der Hoffnung, einen Interviewtermin in den Büros der Comar zu erhalten. Viele von ihnen schlafen auf der Straße, während sie auf eine Antwort auf ihr Asylgesuch oder Bleiberecht warten. Einen Termin erhält man nur online, was für viele der Migrant*innen ein Hindernis darstellt, da viele nur eingeschränkten Zugang zum Internet haben.

Angesichts der verstärkten Ankunft von Haitianer*innen und Zentralamerikaner*innen hat die Regierung Sicherheitskräfte der Guardia Nacional und anderer Einheiten rund um die Comar aufgestellt.

Monatelanges Warten auf die Zukunft

Unter den Asylsuchenden befinden sich Menschen, die bereits vor drei oder sechs Monaten angekommen sind, ohne dass sie bisher einen Termin bei der Kommission bekommen haben. Andere erhielten die Aufforderung, ihren Aufenthalt in Mexiko zu „regeln“. Ihr Ziel, so sagen sie, sei es nicht, bis in die USA oder nach Kanada zu gelangen, sondern vielmehr ein Leben frei von wirtschaftlicher und sozialer Gewalt in Mexiko zu finden.

Nach Angaben der Comar ist die Zahl der asylsuchenden Haitianer*innen nach dem Mord an dem Präsidenten Haitis, Jovenel Moise, am 7. Juli stark angewachsen. Daher geht die Kommission davon aus, dass in naher Zukunft noch weitere Personen in Tapachula um Asyl ersuchen werden. Im ersten Halbjahr 2021 hat die Comar die Rekordzahl von 51.654 Asylgesuchen in Mexiko registriert.

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