Zahl schwangerschaftsbedingter Todesfälle höher als in offizieller Statistik

(Rio de Janeiro, 31. Mai 2010, púlsar).- Laut einem Bericht des Frauenkollektivs von Matagalpa gibt es Nicaraguanerinnen, die sich noch nie einer ärztlichen Untersuchung unterzogen haben. Die Gesundheitsexpertin des Kollektivs, Ana Ara, erklärt hierzu, dass in den offiziellen Statistiken nur diejenigen schwangerschaftsbedingten Todesfälle von Frauen registriert würden, bei denen sich die Frauen zuvor einer ärztlichen Behandlung unterzogen hatten.

Es gäbe aber Fälle, bei denen der Tod einer Frau offiziell nicht als schwangerschaftsbedingt registriert werde, weshalb dann auch keine Analyse der Todesursache stattfinde, so Ara. In diesem Zusammenhang kritisierte die Expertin das im Jahr 2006 verschärfte Abtreibungsgesetz. Es verbietet ausnahmslos alle Abtreibungen, auch die so genannte therapeutische Abtreibung, die auf medizinische Gründe zurückgeht. Ärzt*innen müssen seitdem mit harten Strafen rechnen wenn sie einen Schwangerschaftsabbruch einleiten, auch falls dies notwendig wäre um das Leben der betroffenen Frau zu retten.

Nach offiziellen Angaben des Nicaraguanischen Instituts zur Information über Entwicklung (Instituto Nicaragüense de Información para el Desarrollo) leben in Nicaragua drei Millionen Frauen, davon eine Million unter de Armutsgrenze. Allein im Jahr 2009 wurden jeden Monat 350 Frauen vergewaltigt und 69 Frauen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit ermordet. Die Mehrzahl der Opfer waren Analphabetinnen.

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