Mörder von Ingrid Escamilla zu Höchststrafe verurteilt

Frauengruppen haben der ermordeten Ingrid Escamilla gedacht. Foto: Cimac Noticias/Alberto Molina

(Mexiko Stadt, 17. Oktober 2022, cimac noticias).- Mehr als zwei Jahre nach dem Feminizid an Ingrid Escamilla Vargas ist den Angehörigen endlich Gerechtigkeit zuteil geworden. Ein Richter verurteilte den Mörder der jungen Frau aus Puebla, Erick Francisco Robledo Rosas, zu 70 Jahren Haft.

Das Urteil wurde am 17. Oktober 2022 gegen 21:30 Uhr im Anschluss an eine Verhandlung in dem im äußersten Südosten von Mexiko-Stadt gelegenen Gefängnis ‚Reclusorio Oriente‘ verkündet. Bei dem Gefängnis handelt es sich um eines der größten Lateinamerikas. Die Verhandlung begann gegen 15:30 Uhr. Um 17:30, nach der Beweisaufnahme, die belegen sollte, dass für diesen Frauenmörder die Höchststrafe anzuwenden sei, beantragte Ingrids Verteidigung eine Pause, die um 19:00 Uhr endete. Gegen 21:30 Uhr wurde das endgültige Urteil verkündet.

Bereits seit Beginn der Verhandlung hatten sich verschiedene Frauengruppen vor dem Gebäude versammelt, um dort Transparente, Plakate und kleine Gaben im Gedenken an Ingrid zu platzieren. In den sozialen Netzwerken wurden Bilder von Ingrid gepostet und die Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt aufgefordert, für diesen Frauenmord die Höchststrafe zu verhängen.

Ein Vorher und ein Nachher im Fall Ingrid Escamilla

Der Mord an Ingrid Escamilla Vargas erreichte nationale Bekanntheit durch die Grausamkeit, mit der Erick Francisco vorgegangen war. Darüber hinaus kritisierten weite Teile der Gesellschaft auch die Langsamkeit des Rechtssystems von Mexiko bei der Lösung solcher Fälle. Der jetzt Verurteilte gestand die Tat bereits bei seiner Verhaftung im Februar 2020, nur wenige Stunden, nachdem er Ingrid ermordet hatte. Dennoch mussten mehr als zwei Jahre vergehen, damit ein Richter seine Schuld bestätigte und ein entsprechendes Urteil fällte.

Der Fall der 25 Jahre alten Frau aus Puebla hatte auch Konsequenzen für das Strafrecht Mexikos. Damit reagierte man auf die Tatsache, dass Bilder des leblosen Körpers in verschiedenen nationalen Medien veröffentlicht worden waren. Durch die Verbreitung der Bilder wurde Ingrid abermals zum Opfer, da man sie so der Sensationslust der Gesellschaft ausgesetzt hatte. Außerdem wurde die Ethik der Medien in Frage gestellt, die die Rücksichtslosigkeit besaßen, diese Bilder zu veröffentlichen sowie die der Polizeikräfte, die bei der Verbreitung geholfen hatten.

So entstand das „Ley Ingrid“ – ein Gesetz, das alle diejenigen bestraft, die an der Verbreitung von dokumentarischem oder audiovisuellem Material beteiligt sind, das die Opfer von Straftaten zum zweiten Mal zu solchen macht. Zwei Jahre und acht Monate nach dem Tod der jungen Frau ist dadurch nicht nur ihrer Familie Gerechtigkeit zuteil geworden: Der Fall ist auch ein Präzedenzfall, der verhindern wird, dass Tausende anderer Menschen die gleiche Mediengewalt erleben müssen wie im Fall Ingrid.

CC BY-SA 4.0 Mörder von Ingrid Escamilla zu Höchststrafe verurteilt von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Webseite möchte Cookies für ein optimales Surferlebnis und zur anonymisierten statistischen Auswertung benutzen. Eine eingeschränkte Nutzung der Webseite ist auch ohne Cookies möglich. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen