Frauenmord: Verbände fordern Verurteilung in Panama

panama julgamento feminicidio. Foto: Adital(Fortaleza, 08. Juli 2014, adital).- Am 23. Juni wurde die beinahe unkenntliche Leiche der 25-jährigen Vanesa Rodríguez unter einer Brücke des Flusses Guararé in der Provinz Los Santos gefunden. Ihr Körper wies Spuren körperlicher Misshandlungen auf. In der Nähe des Fundorts hatten Polizisten und Militärs Schießübungen abgehalten.

Die Angehörigen von Vanesa Rodríguez haben sich mit panamaischen Frauenorganisationen zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern sie die Regierung auf, die Ermordung der jungen Frau aufzuklären. In einem offenen Brief fordern die Organisationen die US-amerikanische Botschaft in Panama, das Außenministerium und die Staatsanwaltschaft auf, den Aufenthaltsort des angeklagten Tatverdächtigen Omar Vélez bekannt zu geben und für Gerechtigkeit zu sorgen, auf dass nie wieder jemand eine Frau umbringt.

Als Hauptverdächtiger gilt Omar Vélez, der puertoricanischer Abstammung ist und bei den US-amerikanischen Streitkräften den Dienstgrad des Sergeant innehat. Vélez befand sich in Panama, weil er mit der Unterweisung von Spezialeinheiten der nationalen Polizei betraut war. Er wurde gestellt, als er gerade eine Grube aushob, möglicherweise, um Rodríguez’ Leiche darin verschwinden zu lassen. Außerdem fand man bei ihm eine Tüte mit ungelöschtem Kalk. Möglicherweise wurde dieses Material über Rodríguez’ Leiche ausgestreut, um Spuren zu verwischen. Bei seiner Verhaftung berief sich der Militärangehörige auf seine angebliche diplomatische Immunität.

Tatverdächtiger Soldat in USA angeklagt

In den USA wurde Omar Vélez formal wegen Totschlags angeklagt. Derzeit steht er in Fort Bragg, North Carolina, unter Arrest und wartet auf seine Vorvernehmung. Die Familie von Vanesa Rodríguez verlangt detailliertere Auskünfte über die Entwicklung des Verfahrens. Sie fordert, aktiv an den Ermittlungen teilnehmen und beim Strafprozess selbst aussagen zu können. Außerdem fordern sie die Justizbehörden, die Staatsanwaltschaft und die Regierung auf, sich darum zu bemühen, dass der Strafprozess auf panamaischem Boden stattfindet und die landeseigenen Institutionen für die Urteilsfindung und -vollstreckung zuständig sind. An die US-amerikanische Botschaft und die panamaische Regierung erging die Forderung, den diplomatischen Schutz aufzuheben und einer Verurteilung des Angeklagten auf panamaischem Boden zuzustimmen. „Wir fordern die panamaischen Behörden auf, den aktuellen Aufenthaltsort von Omar Vélez bekannt zu geben. Wir wollen wissen, welche der Behörden unseres Landes sich vor ihn stellt und ob er diplomatischen Schutz genießt. Wenn er eingetragenes Mitglied der diplomatischen Vertretung der USA in unserem Land ist, dann sollen sie uns das bestätigen.“

Soziale Verbände unterschiedlicher Ausrichtung, Jugendgruppen, Frauenorganisationen, kommunale und kirchliche Verbände und Akademikervereinigungen sind angesprochen, sich der Forderung nach Gerechtigkeit im Fall Vanesa Rodríguez anzuschließen und mit dafür zu sorgen, dass die Familie zu ihrem Recht kommt und die Verurteilung nach dem panamaischen Gesetz 82 vom 24. Oktober 2013 erfolgt.

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