500.000 illegale Abtreibungen jährlich – Frauenorganisationen beginnen Informationskampagne für Abtreibungspille

(Buenos Aires, 31. August 2009, púlsar).- Die Aufklärungskampagne „Schwangerschaftsabbruch: mehr Information, weniger Risiko“ nimmt mit der Einrichtung einer telefonischen Beratungshotline ihre Arbeit auf. Nach Angaben der Initiator*innen gebe es jährlich 500.000 illegale Schwangerschaftsabbrüche im Land.

Ziel der Kampagne ist das Bereitstellen von Informationen über die Möglichkeit des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs mittels der Abtreibungspillen Mifepriston und mit Misoprostol, die ausschließlich vom Arzt verabreicht werden dürfen. Diese Tabletten machen einen chirurgischen Eingriff unnötig und können in den ersten neun Wochen der Schwangerschaft angewendet werden.

Die niederländische Nichtregierungsorganisation (NRO) Women on Waves Foundation begann mit der Aufklärungsarbeit zur möglichen Anwendung von Mifepriston bzw. Misoprostol bei Schwangerschaftsabbrüchen. Sie nimmt seit 2004 Abtreibungen in internationalen Gewässern vor.

Laut Strafgesetzbuch droht sowohl den schwangeren Frauen, die eine Abtreibung an sich haben vornehmen lassen, als auch den ausführenden Ärzt*innen in Argentinien eine Strafe von bis zu 15 Jahre Haft.

Organisationen von lesbischen Frauen und von Feministinnen begannen im Jahr 2008 damit, Informationen über die Anwendung von Mifepriston bzw. Misoprostol in Argentinien zu verbreiten. Die Women on Waves Foundation begleitete die Einrichtung der Beratungshotline mit Fortbildungs- und Beratungsmaßnahmen.

Die Aufklärungskampagne beruft sich auf das Recht der Informationsfreiheit. Aus diesem Grund werden weder ein Abbruch empfohlen, noch Entscheidungen für die Rat suchenden Frauen getroffen, sondern lediglich Informationen über eine Abtreibungsmethode zur Verfügung gestellt, welche die Weltgesundheitsorganisation WHO als sicher einstuft.

Die Organisator*innen der Kampagne unterstrichen, dass in Argentinien 60 Prozent aller Schwangerschaften ungewollt seien. Jährlich würden außerdem 68.000 Frauen wegen Komplikationen in Folge von chirurgischen Schwangerschaftsabbrüchen in öffentliche Krankenhäuser eingewiesen werden.

Gleichzeitig belegen offizielle Daten, dass jedes Jahr circa 100 Frauen an den Folgen illegaler Abtreibungen sterben.

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