Über 2.000 Tote mit Covid-19 an einem Tag

 

Die Kampagne „Bolsocaro“ („Bolsoteuer“) aus São Paulo kritisiert die inmitten der Pandemie gestiegenen Lebensmittelpreise. Foto: Brasil de Fato/Bruno Torturra

(São Paulo, 6./11. März 2021, brasil de fato).- Inmitten der zweiten Welle der Coronapandemie hat Brasilien die tödlichste Woche seit deren Beginn verzeichnet. Der Negativrekord weist auf einen Kontrollverlust über die Ausbreitung des Virus sowie mangelnde Koordination zu dessen Bekämpfung hin.

Laut dem Gesundheitsrat Conass registrierte Brasilien am 10. März 2.286 neue Todesfälle sowie 79.876 Infizierte in 24 Stunden. Damit hat Brasilien die Grenze von elf Millionen Infizierten inzwischen überschritten. Hinzu kommen 270.656 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus seit März 2020. Obwohl das Land auf Platz zwei der Todesfälle liegt – hinter den USA – ist es das Epizentrum der Pandemie.

Präsident wird verantwortlich gemacht

Gonzalo Vecina, Gründer der Nationalen Behörde für Gesundheitsüberwachung (Anvisa), beschuldigte den Präsidenten Jair Bolsonaro, für die Verbreitung des Virus sowie den Zusammenbruch des Gesundheitssystems im Land verantwortlich zu sein.

Es gebe in Brasilien weder Tests zur Überprüfung noch andere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dies verdeutliche das Fehlen einer Politik zur Bekämpfung der Pandemie durch die Regierung Bolsonaros.

Expert*innen zufolge habe Bolsonaro Menschenmengen befürwortet und zudem Lügen über die Verwendung von Masken und Impfstoffen verbreitet. Die von der Regierung geförderte Verbreitung sorgt weltweit für Beunruhigung. Der Generaldirektor der WHO warnte am 5. März: „Wenn Brasilien die Sache nicht ernst nimmt, wird es weiterhin die gesamten Nachbarländer und darüber hinaus betreffen. Es geht nicht nur um Brasilien.“

WHO: „Es geht nicht nur um Brasilien“

Angesichts der Ausbreitung des Virus hat der Bundesstaat São Paulo verkündet, ab dem 6. März zur Phase rot überzugehen. Diese beinhalte strenge Einschränkungen der innerstädtischen Mobilität und aller nicht essentiellen Dienstleistungen. São Paulo, das Epizentrum der Pandemie im Land, zählte am 5. März 61.064 Verstorbene und 2.093.924 Infizierte.

„In São Paulo und Brasilien sind wir am Rande des Kollapses. Die Situation erfordert dringende und kollektive Maßnahmen“, sagte der Gouverneur von São Paulo, João Doria. Er führte weiter aus, dass die Maßnahme 14 Tage dauern werde. „Wir haben es mit den zwei schlimmsten Wochen der Pandemie seit März letzten Jahres zu tun“, fügt er hinzu.

Die Entscheidung von João Doria folgt dem Ratschlag der Expert*innen des Covid-19 Notfallzentrums, die beschlossen die gemeinsamen Maßnahmen angesichts der beispiellosen Verschlechterung der Pandemie weiter zu stärken.

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