¡Es Ley! Senat beschließt Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen

Foto: Padaguan
CC BY-SA 4.0

(Berlin, 30.12.2020, npla).- Bis in die frühen Morgenstunden wurde über die neue Abtreibungsregelung debattiert. Dann endlich fiel die langersehnte Entscheidung. Mit 38 zu 29 Stimmen und einer Enthaltung wurde das Gesetz verabschiedet, das den freien und kostenlosen Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten 14 Wochen erlaubt. Argentinien ist seit heute weltweit das 67. Land, in dem Abtreibungen legal durchgeführt werden können. In Lateinamerika ist dies bereits in Uruguay, Kuba, Französisch-Guayana, Guyana und Puerto Rico möglich. Noch kurz vor der Abstimmung hatte die katholische Kirche versucht, die Abstimmung zu beeinflussen, und ihren wichtigsten Trumpf aufgespielt: den Schutz des ungeborenen Lebens. Der Pabst betonte in einer Twittermeldung, jedes Leben sei von Gott gewollt. Argentiniens Präsident Alberto Fernández erklärte hingegen, er sei Katholik und Abtreibungsbefürworter und sehe darin keinen Widerspruch. Dass Abtreibungen unter lebensgefährdenden Bedingungen durchgeführt würden, sei ein gesellschaftlicher Missstand, und seine Aufgabe als Präsident sei es, Missstände aus der Welt zu schaffen.

Ein Grund zum Feiern

„Die Leute reagieren immer wieder erstaunt, so viele ältere Frauen bei den Demonstrationen zu sehen“, erzählt die 71-jährige argentinische Aktivistin María. „Die Gesetzesänderung betrifft uns jetzt nicht mehr persönlich, aber glaub mir, wir haben das alles durchgemacht.“ Sie selbst sei nach einer Vergewaltigung schwanger geworden und habe sich in die Hände einer „Abortera“ begeben. „Eigentlich frage ich mich heute noch, wieso ich das überlebt habe. Und ich bin sehr froh und erleichtert, dass das künftig niemand mehr durchmachen muss.“

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