Tote in US-Abschiebehaft sind mehrheitlich kubanische Staatsangehörige

(Fortaleza, 19. August 2009, adital).- Die „Liste des Todes“ der Immigrationsbehörde der Vereinigten Staaten enthält die Namen von 104 Gefangenen, die seit Oktober 2003 in der Abschiebehaft gestorben sind. Bei den meisten Toten handelt es sich demnach um Kubaner*innen, berichtete kürzlich die New York Times, ohne auf die Todesursachen näher einzugehen.

Die Zeitung berichtet weiter, dass mehr als 10 Prozent der Toten der letzten sechs Jahre, die in der Abschiebehaft gestorben sind, nicht in der offiziellen Auflistung der Immigrationsbehörde genannt werden, die im März dieses Jahres dem Kongress überreicht worden war.

Die Regierung unter Obama habe die Liste um die Namen von zehn Opfern sowie einer weiteren Person ergänzt, die am vergangenen 14. August gestorben ist.

In den USA sitzen mehr als 32.000 illegalisierte Migrant*innen in Bundesgefängnissen sowie in staatlichen und privat betriebenen Gefängnissen in Abschiebehaft.

Im vergangenen Jahr waren insgesamt mehr als 407.000 Personen in Abschiebehaft genommen worden. Die Behörden würden sich jedoch weigern, Informationen über die Behandlung der Gefangenen und die Namen der Toten herauszugeben.

„Es ist sehr schwierig, Informationen über die Inhaftierten zu erhalten. Und wir müssen den langsamen und mühseligen Weg über das Gesetz zur Informationsfreiheit (Freedom of Information Act) nehmen, um ihnen die Geheimnisse zu entlocken, die sich hinter den Gefängnismauern befinden“, sagte der auf Immigrationsangelegenheiten spezialisierte Anwalt José Pertierra in einem Telefoninterview mit Cubadebate. Die Gefängnisse müssten staatlich und nicht privat geführt werden, fügte der Anwalt hinzu. Nur so könnte eine angemessene Versorgung der Inhaftierten gewährleistet werden.

Der neue Leiter der Abteilung für Immigration und Zoll, John Morton kündigte eine Untersuchung der Todesfälle an. Unter den nicht gelisteten Toten befinden sich acht Kubaner.

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