Mit einem Marsch in die Hauptstadt fordern indigene Völker die Einhaltung ihrer Rechte

(Buenos Aires, 16. September 2009, púlsar).- Mehrere Organisationen indigener Völker begannen am 17. September mit einem Marsch für soziale Gerechtigkeit und das Existenzrecht der indigenen Völker auf ihren angestammten Territorien sowie das Recht von Bauern und Bäuerinnen in ihren Gemeinden zu leben.

Bei diesem Marsch soll eine Strecke von mehreren hundert Kilometern zurückgelegt werden, ausgehend von der Gemeinde Quebrada Guabo auf dem Gebiet des indigenen Volkes der Ngobe Buglé, im Distrikt Nole Duima bis in die Hauptstadt. Diese wird voraussichtlich am 11. Oktober erreicht.

Das Gebiet des indigenen Volkes der Ngobe Buglé liegt etwa 500 Kilometer westlich der Hauptstadt. Der Aktivist Olmedo Carrasquilla äußerte, man werde in der Hauptstadt ein Gespräch mit dem Präsidenten Ricardo Martinelli suchen, um den Konflikt um Landvergabe, die durch die Vorgängerregierung unter Martín Torrijos erfolgte, zu lösen. Die vorherige Regierung hatte Lizenzen für Minen, Wasserkraftwerke und touristische Unternehmen vergeben, ohne dabei die Landrechte der Indigenen Völker zu beachten.

In einem Kommuniqué der Organisator*innen der Landesweiten Mobilisierung der Indígenas, Landarbeiter*innen und des Volkes heißt es, man werde den Marsch „bei Sonne und Regen“ fortsetzen, um seine Rechte einzufordern.

Dazu gehört vor allem die Forderung an die gegenwärtige Regierung unter Ricardo Martinelli, endlich wichtige internationale Vereinbarungen zu unterzeichnen, die der Wahrung der Rechte indigener Völker dienen, wie etwa die Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation). Außerdem fordern die Organisationen die Umsetzung der vom Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte CIDH (Corte Interamericana de Derechos Humanos) auferlegten Maßnahmen im Fall des Wasserkraftwerks von Charco La Pava sowie den Rückzug des Unternehmens AES aus dem Gebiet; die Festlegung der Grenzen des Gebiets von Ngobe Buglé und die Beendigung der Vergabe von Landtiteln durch das Vergabeprogramm PRONAT (Programa Nacional de Administración de Tierras), da das Programm Grenzrechte sowie den kollektiven Charakter von Besitz der Indigenen und der Bauern und Bäuerinnen missachte; die Schließung der Mine Petaquilla; die Außerkraftsetzung von Gesetzen und Konzessionen für Tourismus, Minen und Wasserkraftwerke, weil Küsten und Inseln – wie auch Gebiete von indigenen Gemeinden oder Bauern und Bäuerinnen – dadurch aufgekauft und zu Spekulationsobjekten würden und dies eher ausländischen Interessen (Kanada, Kolumbien, USA) diene. Unter anderem wird auch das Recht auf gewerkschaftliche Organisation für die Indígenas eingefordert sowie mehr Möglichkeiten der politischen und medialen Partizipation.

Die indigenen Völker betonten in dem Aufruf weiter, es sei an der Zeit, dass indigene Völker, Bauern und Bäuerinnen und die Bewohner*innen der städtischen Räume gemeinsam für ihre Rechte kämpften.

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