Druck für eine Unabhängigkeit Puerto Ricos wächst

(Fortaleza, 10. Juni 2008, adital).- Die puertoricanische Unabhängigkeitsbewegung Hostosiano hat am 9. Juni vor dem Dekolonialisierungskomitee der UNO gefordert, dass die Situation Puerto Ricos in der Generalversammlung der UNO behandelt werden solle. Diese Aufforderung wurde von den 117 blockfreien Staaten in der UNO unterstützt. Auch der Gouverneur Puerto Ricos, Aníbal Acevedo Vilá, sowie Senatspräsident Kenneth McClintock und der Präsident des Abgeordnetenhauses José Aponte sind mit der Aufforderung einverstanden. Sie erkennen den kolonialen Charakter von Puerto Rico, das mit den USA assoziiert ist, an.

Der Antrag der blockfreien Staaten wurde von Kubas Botschafter Rodrigo Malmierca vorgebracht, der z.Zt. den Vorsitz der Blockfreien inne hat. Malmierca unterstrich, die Blockfreien forderten „das Recht auf Selbstbestimmung und die Unabhängigkeit“ für Puerto Rico. Die puertoricanische Unabhängigkeitsbewegung brachte vor dem UN-Komitee vor, dass man besorgt sei über die aktuelle Gewaltwelle. Diejenigen, die für die Unabhängigkeit Puerto Ricos einträten, würden bedroht und eingeschüchtert. Sie wandten sich auch gegen die Angriffe auf Vertreter*innen der Presse sowie die schlechten Haftbedingungen für die politischen Gefangenen Oscar López, Carlos Alberto Torres und Avelino González Claudio. „Seit wir das letzte Jahr vor dieses Komitee getreten sind, erleidet Puerto Rico eine von den USA angeführte Destabilisierungsoffensive. Man wendet sich gegen das Recht Puerto Ricos auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Erhöht haben sich die Verfolgungen gegenüber Mitgliedern der Unabhängigkeitsbewegung, das Ausrauben archäologischer Stätten und der Raub von natürlichen Ressourcen. Zudem wird unsere Ernährungssouveränität untergraben“, so Héctor Sevillano von der Unabhängigkeitsbewegung.

Laut der Bewegung mische sich die Regierung der USA in Wahlen Puerto Ricos ein und missachte die Gesetze des Landes. Von daher brauche man die Unabhängigkeit. Die USA sollten auch all die durch Militärübungsplätze verseuchten Landstriche, wie in Vieques und Ceiba, säubern und an Puerto Rico zurück geben. Auf ihrem 2006 abgehaltenen Gipfeltreffen forderten die blockfreien Staaten die USA auf, „die Verantwortung für einen Prozess zu übernehmen, der es den Puertoricaner*innen erlaubt, ihr anerkanntes Recht auf Unabhängigkeit zu verwirklichen“. Seit 1972 versuchen Puertoricaner*innen, die Unabhängigkeit ihres Landes – das seit 110 Jahren unter Oberhoheit der USA steht – zu verwirklichen. Bis 1953 wurde das Thema noch in der UN-Generalversammlung diskutiert, doch dann gelang es den USA, das Land mit der Konstruktion, es sei ein „frei assoziierter Staat“ und besäße eine Form von Autonomie, von der Liste der noch kolonialisierten Territorien streichen zu lassen.

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