Angehörige von Verschwundenen der Diktatur fordern Gerechtigkeit

Von Sarah Wollweber

Maritza Maestre (am Mikrofon) bei einer Pressekonferenz des Cofadepa-HG / Foto: youtube-nocookie.com
Maritza Maestre (am Mikrofon) bei einer Pressekonferenz des Cofadepa-HG / Foto: youtube-nocookie.com

(19. Oktober 2016, amerika21).- Zum 48. Jahrestag des Militärputsches und der darauf folgenden Diktatur in Panama haben Familienangehörige der Verschwundenen aus dieser Zeit Aufklärung gefordert. Während der Militärdiktatur zwischen 1968 und 1989 sind nach Angaben eines Berichtes der Wahrheitskommission aus dem Jahr 2003 offiziell 116 Menschen umgekommen oder verschwunden. Die Kommission wurde damals zur Aufklärung der Fälle eingerichtet. Das „Komitee der Familien von Ermordeten und Verschwundenen während der Militärdiktatur in Panama, Héctor Gallego“ (Cofadepa-HG) spricht von weit mehr Opfern.

Am 11. Oktober dieses Jahres, 48 Jahre nach dem Militärputsch von 1968, wiederholten Angehörige und Mitglieder des Cofadepa-HG ihre Forderung nach Gerechtigkeit. „Seit einem runden Tisch vor zwei Jahren warten wir auf Antworten. Es geht um juristische und moralische Antworten sowie die Zahlung von Schadenersatz“, sagte Maritza Maestre, eine Sprecherin des Komitees. Weiterhin beklagte sich die Gruppe von Angehörigen über die Trägheit des Rechtssystems und die fehlende Kooperationsbereitschaft von Seiten der Regierung.

Im November 2015 seien zwar Ermittlungen zu den erwähnten 116 Fällen von der Generalstaatsanwaltschaft wieder aufgenommen worden, es fehlten bis heute aber neue Erkenntnisse. Im Moment lagern noch Knochenreste, die vermutlich von den Verschwundenen während des Militärregimes stammen, in einem forensischen Institut in Panama-Stadt. Maestre versicherte, dass die ehemaligen Soldaten und Verantwortlichen, ebenso wie die politischen Kräfte sich „in Schweigen gehüllt“ seien. „Es scheint wie ein taktisches Übereinkommen, um die Vergangenheit zu vergessen“, so Maestre weiter.

Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) hat den „Fall Panama“ vor 13 Jahren erstmals und vor einem Jahr erneut offiziell anerkannt und ermutigt die panamaische Gesellschaft sich weiter zu organisieren, um gehört zu werden. Zusammen mit dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte soll sie ein System zum Schutz der Menschenrechte in der Organisation Amerikanischer Staaten bilden.

(Mit Informationen von panamaamerica/nodal/prensa)

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