Águilas Negras drohen in Bogotá

Kolumbiens Hauptstadt Bogotá. Foto: Wikipedia

(Bogotá, 11. September 2019, contagio radio).- Die paramilitärische Organisation „Águilas Negras – Bloque Capital“ hat mehrere Organisationen und Einzelpersonen in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá zum „militärischen Ziel“ erklärt. Betroffen sind unter anderem der Opferverband MOVICE, die linken Parteien Colombia Humana und FARC sowie der Politologe Ariel Ávila, der Ex-Guerillero und Autor León Valencia, der Journalist und Stadtrat Hollman Morris und der Menschenrechtsanwalt Alirio Uribe. Die Morddrohungen haben für erhebliche Unruhe gesorgt, da Bogotá verstärkt mit Gewalt zu kämpfen hat.

Einer der Betroffenen, León Valencia ist zudem Vorsitzender der Stiftung Paz y Reconciliación (Frieden und Wiedergutmachung). Er erklärte, dass solche Drohungen immer gegen diejenigen gerichtet seien, die „die Stimme erheben und die Korruption anprangern“. Die Urheber seien eine „mediale Figur“, deren Struktur unbekannt sei; man wisse nicht, wer dahinter stecke, noch wie sie agierten. Es gebe Meinungen, „dass Angehörige der Streitkräfte unter diesen Namen Drohungen aussprechen“, fügte er hinzu.

Bogotá für illegalen Handel attraktiv

Valencia zeigte sich besorgt über die allgemeine Gewalt, die gegenwärtig in Bogotá zu beobachten sei: „Es wurden Gräber entdeckt, erst kürzlich gab es einen Angriff auf einen Truck voller Kokain und es werden immer mehr Gruppen des Organisierten Verbrechens in Bogotá aktiv“, so der Experte, der zudem darauf hinwies, dass sich Kolumbien im Wahlkampf befindet.

Die Stiftung Paz y Reconciliación hat einige der Aggressionen in der Hauptstadt dokumentiert. Aufgrund dieser Beobachtungen, so Valencia, könne man feststellen, dass „dieser Ort sehr bedeutend für das Organisierte Verbrechen ist“, weil es in der Stadt eine große Mittelschicht und viele Besserverdienende gebe, was für einen Anstieg des Drogenkonsums geführt habe. Zudem sei Bogotá Ausgangspunkt für Drogenexporte ins Ausland und ein wichtiger Ort zur Geldwäsche. „Das macht Bogotá zu einer sehr attraktiven Stadt für illegalen Handel.“

Nicht nur durch den gestiegenen Drogenkonsum sei Bogotá zunehmend umkämpft, sondern auch aufgrund der Korruption, denn „es ist schwer, hier Drogen reinzubringen, wenn die Polizei die Straßen kontrolliert. Aber manchmal leistet sie Beihilfe“, kritisierte Valencia.

Angesprochen auf das Auftauchen der Morddrohungen sowie geköpfter Leichen meinte Valencia, dass die Behörden die Pflicht hätten, die Bevölkerung darüber zu informieren und ihr deutlich zu machen, wie gravierend die Situation sei. Angesprochen auf die Drohungen gegen ihn selbst erklärte Valencia, er habe alle Informationen den Ermittlungsbehörden übergeben und erwarte, dass nun ermittelt werde, wer die Nachricht versendet hat.

CC BY-SA 4.0 Águilas Negras drohen in Bogotá von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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