Abschiebungen von Salvadorianer*innen aus den USA nehmen zu

von Marta Sigarán

Migranten bei der Kirschernte in Californien (USA) / sarihuella, CC BY 2.0, flickr(Mexiko-Stadt, 06. August 2012, cimac).- Mittwochnachmittag. Am Internationalen Flughafen von El Salvador landet eine Maschine aus den USA mit 103 Passagieren an Bord. Die Personen gelten als „Abgeschobene“ und werden von den Behörden des mittelamerikanischen Landes in Empfang genommen. Diese Geschichte wiederholt sich zwei Mal wöchentlich. Weitere 100 ausgewiesene Personen erreichen die salvadorianische Grenze auf dem Landweg.

Verstöße gegen US-Einwanderungsgesetz

Celia ist eine der vier Frauen, die mit dem Flug aus Texas ankamen. Sie kehrte zurück nach El Salvador, weil sie als illegalisierte Einwanderin in einem Restaurant in Dallas arbeitete und dadurch das US-amerikanische Einwanderungsgesetz verletzte.

Beamt*innen empfangen die Gruppe, unter der sich 62 Personen befinden, die in den USA Straftaten wie Drogenhandel oder bewaffnete Überfälle begangen haben. Der Rest besitzt zwar keine Vorstrafen, wurde jedoch aufgrund von Verstößen gegen das Einwanderungsgesetz abgeschoben, so wie in Celias Fall. „Ich habe keine Ahnung wie es mit meinem Leben weitergeht, jetzt wo ich zurück in El Salvador bin. Ich bin glücklich, da ich meine drei Kinder wieder sehen werde, aber ich weiß nicht, wo wir das Geld zum Essen hernehmen sollen“, erzählt Celia nachdem sie die Anweisungen der Beamt*innen erhalten hat.

Fehlende Arbeitsplätze und Diskriminierung in El Salvador

Durch den Erlass des Reformgesetzes zur illegalen Einwanderung und der Verantwortung des Einwanderers (Illegal Immigration Reform and Immigrant Responsibility Act 1996), hat die USA seit 1996 ihre Maßnahmen gegen illegalisierte Zuwanderung verstärkt.

Seit damals haben in den USA die Festnahmen und Abschiebungen von Personen ohne legale Aufenthaltsberechtigung schrittweise zugenommen.

Offiziellen Daten zu Folge, versuchen die abgeschobenen Personen nach Ankunft in ihrem Heimatland wieder in ihre früheren Gemeinden zurückzukehren oder dorthin, wo sie von Familienmitgliedern unterstützt werden können.

Wie Hilfsorganisationen für Migrant*innen berichten, treffen Rückkehrende beim Versuch sich wieder ins Arbeitsleben einzufügen, auf fehlende Arbeitsplätze, aber auch auf Diskriminierung.

Abschiebungen nehmen zu

Die Migrationsbehörden versichern, dass im vergangenen Jahrzehnt etwa 3.000 Salvadorianer*innen wieder in ihr Heimatland zurück geschickt worden seien. Im Jahr 2005 sei es zu den meisten Ausweisungen von Salvadorianer*innen gekommen, die Zahl lag bei insgesamt 43.471 Abgeschobenen. Im Jahr 2011 gab es 25.845 Abschiebungen. Dem Migrationsdienst zufolge seien zwischen Januar und März 2012 bereits etwa 7.000 Salvadorianer*innen des Landes verwiesen worden. Zwischen 80 und 85 Prozent davon seien Männer gewesen, der Rest Frauen.

Für die Versorgung der ausgewiesenen Salvadorianer*innen gibt die Migrationsbehörde (Dirección de Atención al Migrante) monatlich 21.000 US-Dollar aus. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf rund 252.000 US-Dollar.

65 Prozent dieser Gelder werden von den USA bereitgestellt und 35 Prozent vom Staat El Salvador.

 

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