Repression gegen Demonstration für höhere Löhne in Buenos Aires

Foto: Fernando Almeira/ANRed

(Buenos Aires, 12. September 2019, anred).- Mit einem harten Einsatz gingen mindestens 500 Einsatzkräfte der Polizei von Buenos Aires am Nachmittag des 11. September gegen eine Demonstration sozialer und gewerkschaftlicher Organisationen vor. Ziel der Demonstration war es, 48 Stunden vor dem Ministerium für soziale Entwicklung zu campieren, da die Regierung von Mauricio Macri nach Meinung der Demonstrant*innen nicht auf die Forderung nach höheren Löhnen und Arbeitsplätzen reagiert hatte. Bei dem Einsatz wurden mehrere Menschen durch Schläge und Tränengas verletzt, ein Demonstrant wurde verhaftet. Trotz ihres gewaltsamen Einsatzes konnte die Polizei die Demonstrant*innen nicht daran hindern, die ganze Nacht auf der Avenida 9 de Julio zu campen.

Nach einem Aufruf der vom Polo Obrero angeführten sozialen Organisationen, begann die Demonstration an der Kreuzung der Avenida de Mayo/ 9 de Julio, von wo aus die Organisationen zusammen zum Ministerium für soziale Entwicklung liefen. Mit ihrer Ankündigung, für 48 Stunden ein Camp zu errichten, forderten sie konkrete Antworten von Carolina Stanley, Ministerin der Regierung Macri.

Bereits wenige Minuten nach Ankunft der Demonstration, als die Spitze des Demonstrationszuges mit dem Aufbau der Zelte beginnen wollte, begann ein harter Einsatz von mehr als 500 Einsatzkräften der Polizei von Buenos Aires. Demonstrant*innen wie auch Presse wurden mit Schlägen, Schildern und Pfefferspray gewaltsam angegangen. Eine große Anzahl von Menschen wurde hierbei verletzt, unter ihnen der Sprecher des Polo Obrero, Eduardo Belliboni.

Angriff auf Journalist*innen

Auch eine große Anzahl von Polizist*innen in Zivil waren an der Aktion beteiligt. Diese versuchten einzelne Teilnehmer*innen aus den Reihen der Demonstrant*innen herauszuziehen, um sie dann festzunehmen. Einer der Betroffenen dieser Aktion war Gabriel Contreras vom Movimiento Teresa Rodriguez – Votamos Luchar (MTR Votamos Luchar), welcher später wieder freigelassen wurde. Begleitet wurde dies von Polizeibeamt*innen mit Kameras, die alle Anwesenden filmten, was von den Teilnehmenden als einschüchternd und provokativ wahrgenommen wurde.

Ein weiteres Opfer des Einsatzes waren Pressevertreter*innen, gegen welche die Polizeikräfte unter dem Kommando des Regierungschefs von Buenos Aires, Horacio Rodriguez Larreta, mit Stockschlägen und Tränengas vorgingen. Betroffen war auch der Fotograf Pedro Funes, dessen Kamera von der Polizei kaputt geschlagen wurde. Der Verband der Bildreporter*innen Argentiniens ARGRA (Asociación de Reporteros Gráficos de la República Argentina) – zu dessen Auszubildenden der Fotograf gehört – vermutete als Grunde in den sozialen Netzwerken, dass „wir halten, dass die Reaktion der Regierung auf den Hunger nicht Essen, sondern Unterdrückung ist“. Auch die Pressegewerkschaft von Buenos Aires (SiPreBa) lehnte die Repression gegen Demonstrant*innen und Presse ab.

Trotz des repressiven Polizeieinsatzes marschierten die Demonstrant*innen in Richtung des Ministeriums und fingen an, die Zelte aufzubauen, in denen sie die Nacht verbrachten.

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