Brasilien

Zunehmend Probleme wegen Mega-Events


von Katarine Flor

Bauarbeiten am Stadion von Macarana. Foto: Flickr/Rodrigo Soldon(Rio de Janeiro, 18. August 2011, púlsar).- Nachbarschaftsorganisationen und das Bürgerkomitee für die Fußball-WM und die Olympiade haben in Rio de Janeiro haben auf die hohe öffentliche Verschuldung und die gewaltsame Vertreibung armer Gemeinden hingewiesen. Sie erklärten, dies sei ein Ergebnis der Bauarbeiten für die sportlichen Großereignisse.

Die Organisationen kritisierten zudem die gestiegenen Lebenshaltungskosten, mögliche Fälle von Korruption sowie Bauwerke, die später nutzlos seien.

Die Armen werden abgeschoben

In Rio de Janeiro findet gegenwärtig ein Vertreibungsprozess von Bewohner*innen von Favelas statt; diese werden in vernachlässigte Wohnkomplexe in Randgebieten umgesiedelt. Häufig leben diese Familien dann weit entfernt von ihren Arbeitsplätzen und Schulen.

Für das Bürgerkomitee wird mit diesem Vorgehen das Recht auf Wohnraum verletzt; zudem werde so die Immobilienspekulation angeheizt. Außerdem kritisierte das Komitee, dass die Öffentlichkeit nur unzureichend informiert werde.

Brasilien ist Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft 2014. Im Jahr 2016 werden dort zudem die Olympischen Spiele stattfinden. Kritiker*innen befürchten, dass allein in Rio de Janeiro 25.000 Menschen ihre Häuser verlieren werden.

CC BY-SA 4.0 Zunehmend Probleme wegen Mega-Events von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Korruptionsvorwürfe auch gegen Haddad   (Caracas, 5. September 2018, telesur/poonal).- Am Dienstag, 4. September hat die Staatsanwaltschaft von São Paulo den zuständigen Ermittlungsrichter aufgefordert, den möglichen brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Fernando Haddad wegen angeblicher Korruption anzuklagen. Haddad ist für die kommenden Präsidentschaftswahlen im Oktober als Vize-Kandidat für den ehemaligen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2011) aufgestellt, gilt aber als dessen wahrs...
onda-info 441 Mit Nachrichten aus Kolumbien, Mexiko und Zentralamerika. Und zwei Beiträgen aus Argentinien und Chile. In der rohstoffreichen Provinz Chubut in Patagonien soll radioaktives Uran gefördert werden. In der Nähe von Buenos Aires ein Atomkraftwerk entstehen. Was das mit dem G20-Gipfel im November und den Rechten der indigenen Mapuche zu tun hat, darüber berichtet unser aktueller Beitrag aus der Reihe "Menschenrechte und Unternehmen", einer Kooperation mit dem FDCL. Demokratisch...
Referendum gegen Korruption knapp gescheitert (Berlin, 27. August 2018, poonal).- In Kolumbien ist ein Referendum zu Maßnahmen gegen die in allen staatlichen Institutionen grassierende Korruption äußerst knapp gescheitert. Statt der benötigten gut zwölf Millionen Stimmen beteiligen sich aber immerhin 11,6 Millionen Menschen. Von denen wiederum stimmten 99 Prozent für das vorgeschlagene Maßnahmenpaket: So sollten etwa Abgeordnetengehälter auf das 25-fache des staatlichen Mindestlohns begrenzt werden. Der Korruption überfü...
Vier Schlüssel, um zu verstehen, was gerade in Brasilien passiert (15. August 2018, democracia Abierta),- Am 15. August hat offiziell der Wahlkampf in Brasilien begonnen. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen am 8. Oktober 2018 erlebt das Land ein bisher beispielloses politisches Chaos. Die Lage ist komplex, da das gesamte politische Establishment von den Skandalen um die weit verbreitete Korruption betroffen ist. Der Ex-Präsident Lula da Silva, der seit April 2018 im Gefängnis sitzt, gilt laut Umfragen weiterhin als Favorit. Das Ergebnis d...
Zwei Tatverdächtige im Mordfall Marielle Franco und Anderson Gomes festgenommen (Rio de Janeiro, 24. Juli 2018, Brasil de Fato).- Am 24. Juli 2018 hat die Mordkommission in Rio de Janeiro zwei Tatverdächtige, die an der Ermordung der Abgeordneten Marielle Franco im März 2018 beteiligt gewesen sein könnten, festgenommen. Die zwei Ex-Staatsbeamten, Alan de Moraes Nogueira (ehemaliges Mitglied der Militärpolizei) und Luís Claudio Ferreira Barbosa (ehemaliger Feuerwehrmann beim Militär) werden außerdem beschuldigt als Mitglied der Milícia Orlando de Curicica...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.