Argentinien

Zufall oder Rache? Zeuge ermordet


von Coordinación Cono Sur

Der Zeuge Gabriel Gutierrez kurz vor seiner Ermordung. Foto: Pulsar(Buenos Aires, 02. Dezember 2013, púlsar).- Gabriel Gutiérrez war der wichtigste Zeuge im Prozess um den Tod des 14-jährigen Brian Hernández, der gegenwärtig in Argentinien verhandelt wird. Am Freitag, 29. November hatte Gutiérrez in dem Prozess ausgesagt und dabei den Hauptverdächtigen, den Polizeibeamten Claudio Salas, schwer belastet. Stunden nach seiner Aussage wurde er mit Schüssen in den Rücken in der patagonischen Stadt Neuquén ermordet.

Salas ist der Hauptverdächtige im Todesfall von Brian Hernández. Im Dezember 2012 hatte Salas auf das Fahrzeug geschossen, in dem sich Hernández und Gutiérrez zusammen mit drei weiteren Freunden befanden. Salas rechtfertigte seine Tat damit, dass das Fahrzeug trotz seiner Aufforderung nicht angehalten habe; außerdem habe er eine Waffe in dem Auto gesehen.

„Trauriger Zufall“

Nach dem Bekanntwerden des Mordes an dem 25-jährigen Gutiérrez führten soziale Organisationen und Gewerkschaften einen Protestmarsch durch. Im Gespräch mit Radio Sur erinnerte sich die Journalistin Natalia Cantero, dass der zuständige Staatsanwalt Maximiliano Breide Obeid den Mord an dem Zeugen als „einen traurigen Zufall“ bezeichnet habe.

Das Urteil in dem Prozess um den Tod von Brian Hernández wird in Neuquén für den 7. Dezember erwartet.

CC BY-SA 4.0 Zufall oder Rache? Zeuge ermordet von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

2016: Zwischen Januar und Juli bereits 25 Journalist*innen ermordet Von Ernesto Carmona, Ciap-Felap*(Santiago, 2. August 2016, agenciadenoticias).- Nach den Statistiken der lateinamerikanischen Journalist*innenvereinigung CIAP-FELAP wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 25 Journalist*innen und Pressemitarbeiter*innen getötet: zehn in Mexiko sowie ein weiterer mexikanischer Journalist, der auf US-amerikanischem Boden ermordet wurde. Dazu kamen fünf in Guatemala, vier in Honduras, drei in Brasilien, einer in El Salvador sowi...
Lateinamerika: 2015 wurden 122 Umweltschützer*innen ermordet (Lima, 30. Juni 2016, noticias aliadas).- Im Jahr 2015 erreichte die Zahl der weltweit ermordeten Umweltschutzaktivist*innen einen neuen traurigen Höhepunkt. Die Organisation Global Witness spricht von einem Anstieg um 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 122 der insgesamt 185 Todesopfer wurden in Lateinamerika ermordet. Brasilien wird von Global Witness als das gefährlichste Land eingeschätzt, hier wurden 50 Umweltaktivist*innen ermordet. Es folgen Kolumbien (26), Peru (12), Ni...
UNO fordert Aufklärung der Morde an Indigenen (Caracas, 9. Juni 2016, telesur).- Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat die kolumbianische Regierung aufgefordert, den Tod von drei Indigenen aufzuklären, die seit dem Beginn der landesweiten Streikaktion Minga Agraria am 30. Mai ums Leben gekommen sind. “Diese Vorfälle müssen von den Justizbehörden vollständig aufgeklärt werden; wir bieten dabei unsere volle Unterstützung an. Es müssen alle Vorkehrungen getroffen werden, um zu vermeiden, dass sich solche Situ...
onda info 382 Hallo und Willkommen zum onda-info 382! Unsere Sendung diesmal mit Meldungen und Beiträgen zu folgenden Themen und Ländern Lateinamerikas: Mexiko I: Dort hat sich ein breites Bündnis indigener Gemeinden und sozialer Organisationen gegründet, um gemeinsam für die Verteidigung von "Mutter Erde" einzutreten. Mexiko II: Das Zapothekendorf Capulalpam de Méndez zeigt, wie man sich erfolgreich gegen Bergbaukonzerne wehrt. Zentralamerika: Immer mehr Frauen begeben sich auf die gefä...
Menschenrechtsverbrechen in Honduras: Wer steht dahinter? Am 3.März 2016 wurde in Honduras Berta Cáceres, eine der bekanntesten Menschenrechtsaktivistinnen ermordet. Die Ermittlungen verliefen bislang schleppend, nun hat die Staatsanwaltschaft vier Tatverdächtige festnehmen lassen. Mitglieder der Indigenenorganisationen COPINH, deren Koordinatorin Berta Cáceres war, sind aber der Meinung, dass es sich bei den Festgenommenen allenfalls um die materiellen Täter, nicht aber um die Auftraggeber des Mordes handelt.Den Poonal-Artikel ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *