Mittelamerika

Zentralamerika verwundbar durch den Klimawandel


von Sandra Herrera Antay – AMARC

zentralamerika centroamerica vulnerable. Grafik: Pulsar(Buenos Aires, 14. Oktober 2015, púlsar).- Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürre sind Teil der Auswirkungen des Klimawandels in der Region Zentralamerika. Zusammen mit dem Umstand, dass mindestens die Hälfte der Bevölkerung von Armut betroffen ist, lässt dies erwarten, dass mindestens fünf Millionen Menschen in der Region im Jahre 2020 an Hunger leiden werden. Nicaragua und Guatemala zählen damit zu den zehn am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern. Als das weltweit anfälligste Land galt 2014 Honduras; hier haben die klimatischen Veränderungen in den letzten 20 Jahren die größten Folgen hinterlassen.

Vor diesem Hintergrund, sowie aufgrund eines fehlenden politischen Willens und dem geringen Interesse, die Situation Zentralamerikas in den globalen Klimaverhandlungen zu berücksichtigen, ist die Initiative „verwundbares Zentralamerika, vereint fürs Leben!“ entstanden. Denis Meléndez, Moderator der Runden Tische des Nationalen Risikomanagements in Nicaragua, erklärte, das Ziel dieser Initiative sei es, dass „Zentralamerika als höchst verletzliche Region angesehen wird. Dies ist erst der Anfang. Die UN-Klimakonferenz in Paris 2015 (COP 21) wird Anfang Dezember stattfinden, und von nun an werden wir bis zu diesem Datum auf diesen Umstand aufmerksam machen.“

Diese Erklärung soll ermöglichen, dass den zentralamerikanischen Ländern neue Mittel zufließen, um Aktionen anzustoßen, die zur Prävention von Naturkatastrophen und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. Darüber hinaus soll sie die Teilhabe der Bevölkerung fördern. „Diese Erklärung soll die Region nicht in eine Opferhaltung versetzen, sondern ihr Zugang zu finanzieller und technischer Unterstützung verschaffen. Das wäre eine Verstärkung der bereits bestehenden Kapazitäten, die Länder besitzen, die bei den Vereinten Nationen einen spezielle Status haben“, so Tania Guillén, Expertin für Klimaschutz des Nicaraguanischen Humboldtzentrums.

Guillén ergänzte, dass die Suche nach Maßnahmen zur Anpassung und Abschwächung des Klimawandels den Plänen des Zentralamerikanisches Integrationssystems SICA (Sistema de Integración Centroamericana) sowie den Regierungen der Region entsprächen, die Anerkennung dieser Maßnahmen durch die UN jedoch dringend erforderlich sei. Derzeit sammelt die Initiative „verwundbares Zentralamerika, vereint fürs Leben!“ Unterschriften, um ihre Ziele zu erreichen. Diese Unterschriften sollen auf der Klimakonferenz COP 21 überreicht werden.

Bei der Aktion soll auch der Strategieplan der Runden Tische des Nationalen Risikomanagements der Länder Honduras, Nicaragua und El Salvador überreicht werden. Diese Länder hatten sich im März dieses Jahres zu einem Forum versammelt. Das Dokument benennt die größten Herausforderungen, die Zentralamerika in den nächsten Jahren zu bestehen hat.

 

Dieser Artikel ist Teil unseres diesjährigen Themenschwerpunkts:

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