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XII. Karawane: Mütter aus Mittelamerika suchen ihre Kinder


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Foto: Daniela Sánchez, desinformemonos

(Guatemala-Stadt , 08. November 2016, cerigua-poonal).- Am 15. November kommt die Karawane mittelamerikanischer Mütter auf der Suche nach ihren verschwundenen Töchtern und Söhnen zum zwölften Mal nach Mexiko. Mütter aus Nicaragua, Guatemala, Honduras und El Salvador treffen sich im guatemaltekischen La Mesilla, an der Grenze zu Mexiko, im Departement Huehuetenango. Dort werden sie die Grenze nach Mexiko überqueren und, auf der Suche nach einer Spur von ihren Söhnen und Töchtern, einen Teil der Route von Migrant*innen entlang ziehen. Diese Karawane gibt es bereits seit 17 Jahren.

In einer Pressemitteilung der Mittelamerikanischen Migrantenbewegung (Movimiento Migrante Centroamericano) heißt es, die Karawane, die von einem großen Netzwerk mexikanischer und internationaler humanitärer Organisationen unterstützt wird, werde in elf Bundesstaaten und 30 Orten ihre Stimme erheben. Die Teilnehmer*innen werden Flüchtlingsunterkünfte und Gefängnisse besuchen und durch die Straßen der Dörfer und kleinen Ortschaften ziehen, durch die ihre Söhne und Töchter auf dem Weg nach Norden gekommen seien.

Die Karawane nimmt eine neue Route

In diesem Jahr hat sich die Karawane entschieden, eine neue Route zu wählen. Der Grenzübertritt der Karawane nach Mexiko ist deshalb Startpunkt für eine Route, die zwar nicht neu ist, von den Migrant*innen jedoch immer häufiger genutzt wird. Grund für den geänderten Weg der Migrant*innen ist das Programm „Plan Südgrenze“ (Plan Frontera Sur). Es soll bewirken, dass Migrant*innen auf dem Weg in die USA aufgehalten und festgenommen werden. Die Migrant*innen sehen sich deshalb gezwungen, neue Wege zu suchen, die risikoreicher und gefährlicher sind.

Nach dem Grenzübertritt in La Mesilla wird die Karawane durch die Orte Frontera Comalapa, Nueva Linda, Comitán und San Cristóbal de las Casas im mexikanischen Bundesstaat Chiapas ziehen, ein Weg der sie durch Hochland und Dschungel führt.

Von dort führt sie die Route über den Weg, den die Migrant*innen nehmen und der als Golf-Route bekannt ist. Er führt am Golf von Mexiko durch die Bundesstaaten Tabasco und Veracruz. Diese Route ist seit einigen Jahren vermehrt von Gewalt und Gefahren gekennzeichnet.

Gefahren für Migrant*innen

Nachdem die Fälle von Entführungen, Ermordungen, Vergewaltigungen und Überfällen auf Migrant*innen durch das organisierte Verbrechen oder die lokalen Verbrecherorganisationen zunächst zurückgegangen waren, hat sich diese Situation wieder verschlechtert und die Migrant*innen sind gefährlichen Situationen ausgesetzt. Viele Menschen verschwinden spurlos, andere geraten in die Fänge von Kriminellen und ihren staatlichen Komplizen, denen sie als Einnahmequelle dienen.

Der Weg der Karawane führt weiter nach Hidalgo, San Luis Potosí, Guanajuato und Querétaro, Mexiko-Stadt, Tlaxcala und Puebla, wo sie Anklage erheben und Suchaktionen durchführen werden, um dann zum Abschluss wieder über Oaxaca nach Chiapas zu reisen.

Der Rückweg wird über die Pazifikroute führen, wo Migrant*innen bei Polizeiaktionen, Polizeiposten und Kontrollpunkten immer wieder Gewalt erleben. Dies hat dazu geführt, dass sich die Migrant*innen nicht nur von der Bahnlinie abwenden, die ihnen als Orientierung dient, sondern auch die Pazifik-Route gewählt haben, die früher nur dem Drogen- und Waffenschmuggel diente und auf der Kinder tragisch zu Tode gekommen sind.

Wichtige Rolle der Medien

In der Pressemitteilung heißt es weiter, die Anwesenheit der Medien stelle immer eine Garantie dar, nicht nur um die Arbeit der Karawane publik zu machen und die Gründe für ihr Engagement darzustellen. Durch die Medien werde die Aktion sichtbar gemacht und Druck auf die Regierung ausgeübt. Auch könne auf diese Weise verhindert werden, dass der volle Umfang des Problems in Vergessenheit gerate. Außerdem seien die Medien eine große Hilfe beim Auffinden von Personen, die von ihren Familien gesucht werden.

Weiterhin erhoffen sich die Organisator*innen der Karawane von den Nachrichtenagenturen, Journalist*innen, Reporter*innen nationaler und internationaler Kommunikationsmedien und den Medien im allgemeinen, dass sie die Aktionen der Mütter während der Karawane begleiten und die Anklagen und die Suche publik machen, denn der letzte bekannte Aufenthaltsort von dem die Mütter eine Nachricht ihrer Kinder bekamen, war irgendwo in Mexiko.

 

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