Mexiko

Wiederholter sexueller Missbrauch von Mädchen


Von Hazel Zamora Mendieta

Kind

Foto: Cimac/César Martínez López

(Mexiko-Stadt, 12. Oktober 2017, cimacnoticias).- Im Jahr 2016 haben in Mexiko 11.785 Mädchen zwischen zehn und 14 Jahren ein Kind zur Welt gebracht. Davon waren drei Prozent (353 Fälle) schon bis zu drei Mal schwanger. Diese Daten wurden von der Organisation für reproduktive Rechte Ipas Mexiko (eine Organisation, die sich dafür einsetzt, Behinderungen und Todesfälle durch unsichere Abtreibungen zu reduzieren, Anm. d. Ü.) mit Hilfe des Gesundheitsministeriums erhoben. Diesen Daten zufolge waren von allen Mädchen unter 14 Jahren, die in 2016 ein Kind zur Welt brachten, 306 bereits zum zweiten Mal schwanger. Damit kommen Schwangerschaften von Kindern in Mexiko auch weiterhin wiederholt vor, obwohl diese als Folge sexueller Gewalt gelten und ein hohes Risiko für die Gesundheit der Mädchen darstellen.

Von allen Mädchen, die bereits schwanger waren, war es für 50 schon das dritte Mal. Und das, obwohl die Rechtsvorschriften wie zum Beispiel das Allgemeine Gesetz zum Opferschutz und das Offizielle Mexikanische Gesetz 046 unter dem Punkt „Sexuelle und familiäre Gewalt und Gewalt gegen Frauen“ eine Abtreibung im Falle einer Vergewaltigung garantieren und die dem Gesundheitswesen angegliederten Stellen verpflichten, die umfassende Betreuung der Opfer zu gewähren – eine Familienplanung inbegriffen.

Den Daten des Gesundheitsministeriums gemäß waren besonders die zehnjährigen Mädchen häufiger als ein Mal schwanger. Trotz ihres jungen Alters handelte es sich bei 17 Prozent (sechs Mädchen) der insgesamt 33 im ganzen Land verzeichneten Fälle bereits um die zweite Schwangerschaft. Von den 302 Mädchen zwischen elf und zwölf Jahren, die ein Kind erwarteten, war es bei 24 bereits die zweite Schwangerschaft, das heißt, bei acht Prozent.

Vergewaltigung durch Familienangehörige

Zivile Organisationen und Expert*innen auf den Gebieten von Gleichstellungsfragen und Kindheit warnen, dass ein großer Teil der Schwangerschaften bei Mächen zwischen zehn und vierzehn Jahren die Konsequenz von Vergewaltigungen durch Familienangehörige des Opfers (Väter, Onkel, Brüder, Cousins etc.) sei. Dieser Umstand mache eine Anzeige schwierig und so würden die Opfer in einem Kreislauf der Gewalt festgehalten.

Die Zahlen des Gesundheitsministeriums zeigen auf, dass ab einem Alter von dreizehn und vierzehn Jahren mehr als drei Schwangerschaften festgestellt werden. In dieser Situation befinden sich 22 Mädchen. Aus den Angaben geht auch hervor, dass es in dieser Altersgruppe die größte Anzahl der Geburten gibt: 11.453 insgesamt.

Diese Zählung weist jedoch keine Altersangaben hinsichtlich des Erzeugers auf. Die einzige Information darüber kann man in der Nationalen Umfrage zur Gesundheit und Ernährung ENSAUT (Encuesta Nacional de Salud y Nutrición) des Jahres 2012 finden. Darin wird geschätzt, dass bei 89 Prozent der Geburten, bei denen die Mütter zwischen zwölf und vierzehn Jahren alt waren, die Väter ein Alter zwischen 19 und 30 Jahren hatten.

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