Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen


Verstimmungen beseitigt? / Venezuelas Präsident Maduro bei einer UNASUR-Sitzung (Archiv, 2010) / Presidencia de la República del Ecuador, CC BY-NC-SA 2.0, flickr(Montevideo, 10. Oktober 2013, la diaria).- Paraguay und Venezuela haben vereinbart, die diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen, die im Juni 2012 nach der Absetzung des paraguayischen Präsidenten Fernando Lugo abgebrochen worden waren. Venezuelas Außenminister Elías Jaua kündigte am 9. Oktober anlässlich eines Kurzbesuchs in Asunción an, sein Land werde wieder einen Botschafter nach Paraguay entsenden.

Rückkehr in Mercosur-Bündnis angestrebt

Jaua traf mit seinem paraguayischen Amtskollegen Eladio Loizaga sowie mit Präsident Horacio Cartes zusammen. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der beiden Außenminister rief Jaua dazu auf, dass beide Länder alle Hindernisse überwinden, die einer vollständigen Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen noch im Weg stehen. Zudem solle Paraguay in das südamerikanische Wirtschaftsbündnis Mercorsur zurückkehren. Die beiden Außenminister wollten ihr Treffen als Ausdruck dafür verstanden wissen, dass mit diesem die bilateralen Beziehungen wieder aufgenommen würden.

Paraguays Außenminister Eladio Loizaga kündigte die Reise einer Handelsdelegation nach Venezuela an, um auch die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern wieder aufzunehmen. Loizaga zeigte sich überrascht über die Absicht seines Amtskollegen, einen venezolanischen Botschafter für Asunción zu berufen. Seit Juni 2012 ist die Stelle vakant.

Dilma Rousseff vermittelte im Konflikt

Venezuela hatte mit dem Abzug des Botschafters sein Missfallen über die Absetzung von Präsident Lugo mittels eines höchst umstrittenen politischen Prozesses zum Ausdruck gebracht. Der Mercosur und die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR – Unión de Naciones Suramericanas) hoben nach der Absetzung Lugos die Mitgliedschaft Paraguays bis auf weiteres auf. In letzteres Bündnis war Paraguay bereits im August zurückgekehrt, für den Mercosur steht dies noch aus.

Zur Amtsübernahme des neuen paraguayischen Präsidenten Horacio Cartes am 15. August hatte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro als einziger aus der Region keine Einladung erhalten. Auf Vermittlung von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff kam es dann Ende August im Rahmen des UNASUR-Gipfels in Surinam zu einem Treffen zwischen Cartes und Maduro. Beide schlugen hierbei einen versöhnlichen Ton an.

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