Kolumbien

Wieder Bauernführer ermordet


William Castillo Chima von der sozialen Organisation Aheramigua. Das Foto stammt von einem landesweiten Treffen bäuerlicher und indigener Gruppen für Frieden und Land im Jahr 2011. Foto: Manuel Chacón/Prensa Rural (CC BY-NC-ND 2.0)

William Castillo Chima von der sozialen Organisation Aheramigua. Das Foto stammt von einem landesweiten Treffen bäuerlicher und indigener Gruppen für Frieden und Land im Jahr 2011. Foto: Manuel Chacón/Prensa Rural (CC BY-NC-ND 2.0)

(Caracas, 8. März 2016, telesur/prensarural).- Am 7. März wurde der Gemeindesprecher und Menschenrechtsverteidiger William Castillo Chima in der Gemeinde El Bagre in der nordkolumbianischen Provinz Antioquia von einer Gruppe Bewaffneter ermordet. Das teilte die Bauernorganisation Aheramigua ( Asociación de Hermandades Agroecológicas y Mineras de Guamocó) mit. Chima war der Gründer und Schatzmeister von Aheramigua. Er hatte mit Anderen die Vertreibung von Bäuer*innen in der Gegend im Januar durch Paramilitärs angeprangert. Er kritisierte öffentlich die Anwesenheit von Paramilitärs in der Zone und half bei der Betreuung der vertriebenen Personen mit. Die Nachrichtenagentur Prensa Rural teilte mit, dass es in der Gegend bereits seit November 2015 verstärkt zu Kämpfen zwischen den FARC-EP und der ELN gegen die paramilitärische Organisation Autodefensas Gaitanistas gekommen war. Die Paramilitärs hätten die Gemeinde wiederholt bedroht und ihnen vorgeworfen, mit der Guerilla zusammenzuarbeiten. In Puerto Claver seien drei Menschen verschwunden und weitere ermordet worden, heißt es.

Auch der 43-jährige Chima war zuvor wegen seiner Menschenrechtsarbeit bedroht worden. Am 3. und 6. März wurde zudem eine weitere Aktivistin von Ahermigua mit dem Tod bedroht. Bewohner*innen von Bagre beklagten, dass Armee und Polizei nicht effektiv gegen die vorherrschende Unsicherheit vorgehen würden. Gegenüber den Paramilitärs seien die Behörden sogar gänzlich inaktiv. Den Paramilitärs werden Plünderungen, Morde, Drohungen und gewaltsames Verschwindenlassen nachgesagt. Auch in anderen Provinzen Kolumbiens geht das Morden von Sprecher*innen und Führungspersönlichkeiten sozialer Bewegungen weiter. In der Provinz Cauca wurde erst am 2. März der indigene Anführer William Oimé erschossen; drei Tage zuvor die Bauernsprecherin Maricela Tombe.

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